Bauern kippen literweise Milch weg

Ein Dutzend Bauern in Westflandern müssen tausende Liter Milch wegkippen, weil die Milchfabrik Campina die Milch nicht abholen kann. Die Milch muss innerhalb von drei Tagen in der Fabrik sein, aber wegen des Schnees ist das nicht überall möglich.

Die Bauerngewerkschaft ruft seine Mitglieder dazu auf, Campina das Versäumnis zur Last zu legen.

"Wir müssen für Campina unsere Produktion hochfahren, aber sie können unsere Milch nich abholen", so der Bauer Noël Van De Casteele aus Koekelare im VRT-Radio. "Andere Lieferanten, zum Beispiel für Viehfutter, kommen sehr wohl bis zu unseren Bauernhöfen durch."

Es handelt sich um 50 bis 200 Unternehmen in Westflandern, die tausende Lite Milch wegkippen müssen. "Wir haben unsere Kühe gemolken, aber wir müssen dann tausende Liter Milch in die Düngergruben gießen", sagt Van De Casteele. "Das ist nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht schlimm, sondern auch sehr emotionell. Ich bin seit 40 Jahren Bauer, aber so etwas habe ich noch nicht mitgemacht."

Die Milchfabrik selbst sagt, dass es sich hier um höhere Gewalt handele, aber die Gewerkschaft betont, dass es anderen Unternehmen sehr wohl gelinge, die Milch rechtzeitig abzuholen.

"Es ist auch für uns sehr ärgerlich, dass wir die Milch nicht abholen können", reagiert Renaat Debergh aus dem Molkereisektor. "Ich befürchte nur, dass die Bauern dafür aufkommen müssen. Unsere Fahrer haben echt Probleme mit den Schwerlastern auf den kleinen, glatten Straßen."

Der belgische Molkereiverband versucht, zu besänftigen. "Am Montag wurde bei 98 Prozent der Betriebe Milch abgeholt", heißt es in einem Pressebericht. "Die Busse können auch nicht fahren, die Milchfahrer haben es besonders schwer. Außerdem liegen die Bauernhöfe manchmal an abgelegenen Orten, an denen der Schnee nicht geräumt wird. Der Verband bedauert, dass die restlichen 2 Prozent wegen der außergewöhnlichen Wetterbedingungen nicht abgeholt werden konnte."