„Wollten die Wahrheit nicht vertuschen“

Vor dem parlamentarischen Sonderausschuss zur Untersuchung der sexuellen Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche wurde Mittwoch der Primas der katholischen Kirche Belgiens angehört.

Mittwoch musste Belgiens Erzbischof Léonard im Parlament Rede und Antwort zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche stehen. Wie schon am Vortag sein Vorgänger Godfried Danneels erklärte auch Léonard, er sei hierfür nicht persönlich verantwortlich gewesen. Niemals habe er aber die Wahrheit vertuschen wollen.

Der Erzbischof kündigte strengere Regeln innerhalb der katholischen Kirche in Belgien an. Was die Schadenersatzansprüche für die Opfer angehe, verweist Léonard an die Justiz. Sie müsse sich mit dieser Frage beschäftigen.

Leonard stellte klar, als Erzbischof des Bistums Mechelen-Brüssel sei er nicht weisungsbefugt für die anderen Bistümer. Am Dienstag hatte auch sein Vorgänger, Kardinal Danneels, klargestellt, er habe den anderen belgischen Bischöfen in dieser Frage nichts zu sagen gehabt.

Am Nachmittag befragte der Sonderausschuss zum sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch Geistliche Léonard über seine Amtszeit als Bischof von Namür. In dieser Zeit sei er mit 8 Missbrauchsfällen konfrontiert worden, sagte dieser. Er sei dann immer sehr streng aufgetreten und habe immer auf Transparenz gesetzt. Auch habe er damals immer entschieden die Opfer verteidigt und nie versucht das Vorgefallene zu vertuschen.

Der Erzbischof kündigte das baldige Erscheinen eines Verhaltenskodex für Geistliche an. Auch soll der Umgang mit Missbrauchsopfern in einem Handbuch geregelt werden. In Zukunft sollen Priester bei der Ausübung ihres Amtes auch besser begleitet werden.