Durchsuchungen beim Kardinal zulässig

In die so genannte “Operation Kelch” zum Missbrauch in der Kirche kommt wieder Bewegung. Die Anklagekammer in Brüssel hat heute entschieden, dass verschiedene beschlagnahmte Akten von den Ermittlern weiter genutzt werden dürfen.

Die Hausdurchsuchungen bei Kardinal Danneels und im Erzbistum waren also zulässig. Die dort beschlagnahmten Akten dürfen weiterhin von den Ermittlern ausgewertet werden.

Das gilt aber nicht für das Material, das bei den Durchsuchungen bei der so genannten Kommission Adriaenssens in Leuven (Löwen) beschlagnahmt worden waren. An dieses Gremium konnten sich die Opfer von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche wenden. Ihnen war Anonymität zugesichert worden. Die Beschlagnahmung dieser Aussagen war nicht zulässig, urteilte die Brüsseler Justiz. Diese Akten müssen nun an die Kirche zurückgegeben werden.

Bei der “Operation Kelch” hatten die Ermittler im Juni zahlreiche Kircheneinrichtungen im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen durchsucht. Die Ermittlungen waren von der Kirche heftig kritisiert worden.

In erster Instanz waren die Durchsuchungen als ermittlungstechnisch nicht relevant eingestuft worden. Dieses Urteil wurde nun in zweiter Instanz revidiert.