Weiterer Kirchenmann gesteht Missbrauch

Der frankophone Kanonikus François Houtard (85) gestand während eines Zeitungsinterviews, dass er vor rund 40 Jahren einen seiner kleinen Neffen missbraucht hat. Der prominente Kirchenmann gehört unter anderem zu den Gründern des Welt Sozial Forums.

François Houtard, einer der prominentesten Vertreter der Katholischen Kirche im frankophonen Landesteil Belgiens weilt zur Zeit in Ekuador. Dort führte die Tageszeitung Le Soir ein Gespräch mit ihm.

Dabei gestand der heute 85jährige Geistliche, Soziologe und Universitätsdozent, dass gegen ihn eine Klage bei der Missbrauchs-Kommission der belgischen Kirche anhängig ist.

Klägerin ist eine Nichte von Houtard, die bezeugt, dass ihr Onkel ihren Bruder vor 40 Jahren zweimal vergewaltigt hat. François Houtard gibt zu, den damals achtjährigen Jungen unsittlich angefasst zu haben und dass er ihn auch verängstigt habe. Dies sei eine undurchdachte Handlung gewesen und er übernehme die Verantwortung dafür.

Der Kirchenmann war jahrzehntelang Professor für Soziologie an der Katholischen Universität von Louvain-La-Neuve in Wallonisch-Brabant und gehörte zu den Mitbegründern des Welt Sozial Forums.

Vor nicht allzu langer Zeit haben Globalisierungsgegner aus Belgien eine Kampagne gestartet, um den sozial engagierten Geistlichen für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. Dieser Vorgang ist inzwischen gestoppt worden.