Zu viele arbeitslose Wallonen an der Küste?

"In De Panne leben zu viele arbeitslose Wallonen, die von der Sozialhilfe profitieren", findet der Finanzbeamte Serge Van Damme von der Stadt De Panne. Die Küstenstädtchen De Panne, Nieuwpoort, Koksijde und Middelkerke wollen sich künftig in einigen Bereichen besser absprechen. Elio Di Rupo reagiert verärgert über die Äußerungen Van Dammes.

Der Schöffe der Stadt De Panne und flämische Liberale, Serge Van Damme, schlägt Alarm. "Wir kämpfen hier mit einer großen Anzahl französischsprachiger Arbeitsloser aus dem Hennegau, genauer gesagt aus dem Borinage (der Industrielandschaft rund um die Stadt Mons, Red.)", sagt Van Damme.

"Sie sind meistens sehr gut darüber informiert, was sie machen müssen. Sie schließen einen Mietvertrag von kurzer Dauer. Wenn sie erst einmal hier ihren Wohnsitz haben, beantragen sie Sozialhilfe in De Panne."

"Das Problem gibt es schon seit langem", sagt Van Damme. "Sie legen sich hier in die Hängematte, obwohl es in De Panne genug Arbeit gibt." Das ist nicht nur ein Problem für den Haushalt, "sondern auch ein Problem der Zunahme der französischen Sprache in der Gemeinde, denn diese Leute wollen kein Niederländisch lernen."

Küstenstädte wollen gemeinsam handeln

Das Phänomen gebe es auch in den Städtchen Middelkerke, Nieuwpoort und Koksijde, heißt es. Die Nachbargemeinden von De Panne relativieren den Bericht von Van Damme. Trotzdem wollen sie etwas dagegen unternehmen, dass die Menschen von einer Gemeinde zur anderen shoppen gehen. 

Sie wollen zudem mit den französischsprachigen Arbeitslosen reden, die an die Küste kommen und Sozialhilfe empfangen. Gesetzlich kann das Sozialamt nicht viel machen, denn es ist verpflichtet, den Menschen zu helfen.

Di Rupo hält diese Äußerungen für "inakzeptabel"

Der Vorsitzende der französischsprachigen Sozialisten und Bürgermeister von Mons, Elio Di Rupo, reagierte verärgert über die Äußerungen des Schöffen von La Panne. Er bezeichnete  die Äußerungen als "inakzeptabel" und "eines politischen Verantwortlichen unwürdig". 

"Jedes Jahr verbringen hunderte Familien aus dem Borinage ihren Urlaub an der belgischen Küste und auch in La Panne. Diese Leute verdienen es, mit Respekt behandelt zu werden", betonte Di Rupo. Er bedauere, dass einige Politiker zu einem Zeitpunkt, zu dem die Bürger von den Politikern Lösungen ihrer Probleme erwarteten, das Gegenteil täten und die Polemik anheizten, indem sie sich nur auf trostlose Klischees stützten.

Wie auch schon die französischsprachige Christdemokratin Catherine Fonck, lädt Di Rupo Van Damme ein, das Borinage zu besuchen, "damit er es wagt, seine Ideen zu überdenken und eine Bevölkerung entdeckt, die er offensichtlich nicht kennt."