Keine Schuldzuweisung nach Buizingen

Fast ein Jahr nach dem Zugunfall von Buizingen, bei dem 18 Menschen ihr Leben verloren, weist die Politik keinen persönlich Verantwortlichen an. Sie stellt allerdings fest, dass es um die Sicherheit bei der belgischen Bahn schlecht gestellt ist.

Schon kurz nach dem verheerenden Zugunglück von Buizingen in Flämisch-Brabant, bei dem am 15. Februar 2010 18 Personen ums Leben kamen und etwa 150 verletzt wurden, begannen sich die Verantwortlichen der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB und die zuständigen Politiker gegenseitig die Schuld an der Tragödie zuzuweisen.

Untersuchungen zufolge stießen damals zwei Regionalzüge zusammen, nach dem einer der Lokomotivführer offenbar ein rotes Signal überfahren hatte. Dabei versagte das Sicherheitssystem der Bahn, denn es kam nicht zu einer Zwangsbremsung, wie es die Technik eigentlich vorsieht.

Letztendlich wiesen die Mitglieder des parlamentarischen Sonderausschusses, der die verheerende Bahnkatastrophe von Buizingen untersuchte, keinen effektiv Schuldigen an. Es blieb bei menschlichem Versagen. Niemandem wurde vorgeworfen, er habe Schuld daran, dass das Sicherheitssystem der Bahn damals nicht funktionierte.

Jahrelang vernachlässigte Sicherheit

Der Sonderausschuss hatte alle möglichen Verantwortlichen zum Thema Sicherheit bei der Bahn ausführlich befragt: Die ehemaligen Vorstände der Bahn, die aktuell diensthabenden Verantwortlichen, die damals politisch Verantwortlichen und die heute zuständigen politischen Vertreter, bis hin zur ministeriellen Ebene.

Am Ende hagelte es Kritik am Sicherheitssystem und an der Vernachlässigung der Mängel. In ihrem Bericht, der am 10. Februar der ersten Kammer im belgischen Bundesparlament vorgelegt wird - nur fünf Tage vor dem Jahrestag der Katastrophe von Buizingen, heißt es lediglich recht bedeckt: "Es herrscht ein Gefühl von Unverantwortlichkeit“ oder "Es herrscht ein Mangel an Sicherheitsbewusstsein“.

Allerdings übernahm der Ausschuss in großen Teilen die Kritik an der Sicherheitspolitik der Bahn aus einem Bericht von drei unabhängigen Eisenbahnfachleuten, der im Oktober 2010 veröffentlicht wurde.

Schlussendlich sei der aktuelle schlechte Zustand der Bahnsicherheit auf viele wenig effiziente Entscheidung über einen langen Zeitraum verteilt - von 1982 bis 2010 - zurückzuführen. Bis heute steht eine endgültige Entscheidung für ein einheitliches Sicherheitssystem für das belgische Gleisnetz noch immer aus.