Sozialpartner legen Tarifabkommen vor

Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich am Dienstagabend auf ein berufsübergreifendes Rahmentarifabkommen für die 2,5 Millionen Beschäftigten in der belgischen Privatwirtschaft geeinigt. Das Abkommen wird jetzt der Basis vorgelegt und gilt für 2011 und 2012.

Die Sozialpartner besprachen bei ihren Verhandlungen die Löhne und Gehälter für die kommenden beiden Jahre und einigten sich auf eine stufenweise Verringerung der Unterschiede in den Statuten für Arbeiter und Angestellte.

Die Spitzenvertreter der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände in Belgien (Foto oben) beschlossen, dass die Löhne und Gehälter im laufenden Jahr 2011 nicht steigen können.

Mehr Einkommen erfolgt dieses Jahr lediglich über die Indexanpassung.

Das neue Rahmentarifabkommen sieht allerdings Lohnerhöhungen für 2012 vor, denn dann sei Raum für einen Einkommensanstieg um etwa 0,3 % über dem Index.

Das Thema Index war ebenfalls Gegenstand der Gespräche. Hier kam die Frage auf, ob man die Berechnung des Index nicht anpassen sollte und auf die Energiepreise ausweitet.

Ein weiterer wichtiger Punkt war bei den jüngsten Tarifverhandlungen einmal mehr die Kluft zwischen den Statuten von Arbeitern und Angestellten. Hier einigte man sich auf einen Stufenplan zur von den Arbeitnehmervertretern seit Jahren geforderten Vereinheitlichung der Statute.

Hier geht es in erster Linie um die Einkommensunterschiede, um den Kündigungsschutz und um das Thema Arbeitsverträge. In den kommenden Jahren sollen in dieser Hinsicht im Laufe einiger Jahre die verschiedenen Regelungen miteinander harmonisiert werden. Für Arbeiter soll es damit einen wesentlich verbesserten Kündigungsschutz geben.

Höhere Angestellte könnten dabei allerdings ihren besonderen Schutz in dieser Hinsicht in Teilen verlieren. Nach sechs Jahren soll das Thema Kündigungsschutz letztendlich für Arbeiter und Angestellte in Belgien gleichgestellt sein.