Financial Times: "Macht es für die Eurozone"

Das britische Wirtschaftsblatt Financial Times ruft in einem bemerkenswerten Leitartikel die belgische Politik dazu auf, endlich eine Regierung zu bilden. Wenn schon nicht für das Land selber, dann wenigstens für die Eurozone…

"Je länger die politische Sackgasse in Belgien andauert, je höher das Risiko auf eine Schuldenkrise im Herzen der Europäischen Union.“ So lautet die Botschaft eines Leitartikels in der Wirtschaftszeitung Financial Times an die belgische Politik.

Das Blatt ist der Ansicht, dass die Finanzmärkte beginnen Belgien für eine Art Kanal zu halten, über den die Krise vom Rand der EU ins Zentrum der Union überschwappen könne.

Doch der Autor des Beitrags stellt fest, dass dies eigentlich unbegründet ist, denn Belgiens Wirtschaft sei stabil und wettbewerbsfähig. Die Staatsfinanzen seien zudem seit mehr als 20 Jahren gesund.

Belgien habe nicht, wie Griechenland, den Haushalt gefälscht. Belgien habe keine Immobilienblase, wie Irland oder Spanien, vorzuweisen. Und Belgien könne im Gegensatz zu Portugal von einem soliden Wirtschaftswachstum ausgehen. Zudem hätten sich die tonangebenden Banken von der Finanzkrise 2008 gut erholt.

Das einzige Problem, das Belgien derzeit habe, so der Financial Times-Redakteur, sei der politische Stillstand, in dem das Land seit Juni 2010 verharre. Seit sieben Monaten verzettelten sich niederländisch- und französischsprachige Parteien in fruchtlose Verhandlungen und Neuwahlen würden lediglich die Wahlsieger der letzten Parlamentswahlen (N-VA und PS) bestärken.