Lotus verliert das Patent auf Speculoospasta

Die Speculoospasta von Lotus Bakeries aus Flandern ist hierzulande ein Konkurrent für Nutella. Die Streichpaste auf Basis der berühmten Karamellkekse von Lotus ist seit 2008 auf dem Markt und war sofort ein Erfolg. Die Paste ist für den Hersteller ein wichtiges Produkt.

Am Donnerstagmorgen erklärte das Handelsgericht von Gent das Patent von Lotus Bakeries auf die Speculoospasta für nichtig. Das Alleinrecht des Unternehmens, diese Streichpaste zu produzieren, wurde schon seit geraumer Zeit angezweifelt.

2007 wurde diese Speculoospasta bereits in Flandern bekannt, denn zwei Kandidaten hatten damals mit entsprechenden Rezepten am VRT-Fernsehprogramm "De bedenkers - die Erfinder“ teilgenommen.

Einer der beiden Kandidaten arbeitete in der Folge mit Lotus Bakeries zusammen, denn das Rezept entstand auf Basis des berühmten Lotus-Karamellgebäcks.

2008 brachte Lotus das Produkt auf den Markt, wo es in Belgien und in den Niederlanden sogleich zu einem großen Erfolg wurde. Gleichzeitig warteten andere Hersteller, mit eigenen Streichpasten auf. Im vergangenen Jahr wollte Lotus Bakeries der Konkurrenz einen Riegel vorschieben und ließ das Rezept patentieren, beziehungsweise kaufte das Patent seinen damaligen Eignern ab. Doch dieses Patent wurde jetzt für nichtig erklärt.

Drei Unternehmen - Biscuiterie Willems, 't Boerinneke-Marino und Jules Destrooper, die ebenfalls eine Streichpaste auf Karamellbasis produzierten, hatten Klage gegen das Patent von Lotus eingereicht. Das Handelsgericht von Gent stellte fest, dass ein entsprechendes Rezept seit etwa 2002 auf der niederländischen Internetseite omawapsie.nl kuriert und urteilte, dass das Lotus-Patent dadurch nichtig sei.

Die Kläger hatten Schadensersatz bei Lotus eingefordert, was jedoch abgelehnt wurde. Lotus Bakeries muss allerdings für die Verfahrenskosten aufkommen. Bei Lotus geht man derzeit nicht davon aus, dass das Urteil großen Einfluss auf die Marktposition der Paste hat. Ob das Unternehmen in Berufung gehen wird, ist noch nicht klar. Die Konkurrenz kündigte bereits an, dass jetzt auf vollen Touren produziert werde.