Belgiens Schweine nicht zu Dumping-Preisen

Schweinezüchter und Schlachthäuser haben sich auf ein Abkommen über den Preis für Schweinefleisch geeinigt. Angestrebt wird eine begrenzte Preissenkung für Schweine aus Belgien. Die Verhandlungen hierzu waren zäh.

Die belgischen Schweinebauern werden gegen die krasse Preissenkung von Schweinefleisch als Folge des Dioxin-Skandals in Deutschland geschützt. Wird der Preis zu stark gedrückt, werden die Schlachthäuser vorübergehend den Unterschied ausgleichen.

Der Verband der Schlachthäuser Febev und die Bauernverbände Boerenbond und ABS haben sich auf dieses Abkommen über die Schweinepreise geeinigt. Sie haben am Donnerstag im Kabinett des flämischen Ministerpräsidenten Kris Peeters vereinbart, die Preissenkung hinsichtlich der Preise der zweiten Januarwoche vorübergehend auf höchstens 7,5 Eurocent pro Kilogramm lebendes Schwein zu begrenzen und das bis Ende nächster Woche.

Die Preisempfehlung gilt vor allem für Unternehmen, die nach Deutschland und Mittel-Europa exportieren. "Wir wollen vermeiden, dass unsere Exportschlachthäuser ihren Marktanteil in Deutschland verlieren", erklärt Bert Bohnen vom Bauernverband. Mit dieser Maßnahme soll zudem der zusätzliche Verlust, den die Schweinezüchter erleiden, ein wenig begrenzt werden.

Belgiens Schlachthäuser stehen unter Druck, ihre Preise senken zu müssen, weil die Schweinepreise in Deutschland, das mit der Dioxinkrise kämpft, in den Keller purzeln.

Am Mittwoch war man nach einer Sitzung hierzu zu keinem Ergebnis gekommen. Der flämische Ministersterpräsident, der auch für Landwirtschaft zuständig ist, lud darauf hin die betroffenen Parteien ein, sich am Donnerstag gemeinsam im Kabinett zu beraten. Er ist froh, dass die Gespräche gefruchtet haben. Er betonte, dass Verhandlungen ein effizienteres Mittel als Protestaktionen seien, um zu einer Lösung zu gelangen.