Flämische Privatsender stehen zum Verkauf

Eine flämische Produktionsfirma möchte gemeinsam mit einer Verlagsgruppe VT4 und VijfTV von ProSiebenSat.1 übernehmen. Doch inzwischen haben gleich mehrere Medienunternehmen aus dem In- und Ausland ihre Fühler in diese Richtung ausgestreckt.

Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung De Morgen plant die Mediengruppe NV De Wijver, zu der die Produktionsfirma Woestijnvis - ein Partner unseres Hauses VRT - gehört, gemeinsam mit der belgischen Filiale der finnischen Verlagsgruppe Sanoma eine Übernahme von VT4 und VijfTV.

Die beiden privaten flämischen Fernsehanstalten gehören zur Mediengruppe SBS, die wiederum ein Subunternehmen der deutschen Mediengruppe ProSiebenSat.1 ist. Eben jene Gruppe möchte sich von VT4 und VijfTV trennen und bietet die Sender zum Verkauf an.

Wouter Vandenhoute (Foto), der Geschäftsführer von Woestijnvis, gab gegenüber De Morgen an, dass es sich dabei "um eine einmalige Chance handelt, zwei ausländische Sender in flämische Hände zu bringen“.

Die Zusammenarbeit mit dem öffentlich-rechtlichen flämischen Rundfunk VRT, für die Woestijnvis Fernsehsendungen produziert, werde durch eine eventuelle Übernahme der beiden Privatsender nicht beeidrächtigt, so Vandenhaute.

Allerdings steht Woustijnvis-NV De WIjver nicht alleine als Bieter auf die beiden Sender da. Offenbar hat auch die luxemburgische RTL-Gruppe Interesse angemeldet. RTL ist bisher in Belgien nur in Wallonien vertreten.

Auch aus den Niederlanden hat sich offenbar ein Bieter gemeldet. Medienmagnat John de Mol (Endemol) gab in der niederländischen Talkshow Pauw en Witteman an, die gesamte SBS-Gruppe übernehmen zu wollen.

Daran ist aber auch De Persgroep interessiert, der Verlag und Herausgeber von De Morgen und von Flanderns auflagenstärkster Tageszeitung Het Laatste Nieuws...