Flanderns Regierung kauft teures Bauland

Die flämische Landesregierung ruft einen Sonderfonds ins Leben, mit dem Bauland in wohlhabenden Gemeinden, bzw. in teueren Wohngegenden aufgekauft wird, um es zu bezahlbaren Preisen an "normale Familien" abzugeben.

In den vergangenen 10 Jahren hat sich der Preis von Bauland und Grundstücken im belgischen Bundesland Flandern im Durchschnitt  verdreifacht.

Für viele Familien und Haushalte mit durchschnittlichen Einkommen wird es dadurch zunehmend schwieriger, bezahlbares Bauland zu finden, um darauf ein eigenes Haus bauen zu können. Oft müssen solche Familien dann Heimatort verlassen, um sich anderswo auf die Suche nach bezahlbarem Wohnraum zu machen.

Aus diesem Grund beschloss Landes-Wohnungsbauministerin Freya Van den Bossche von den flämischen Sozialisten SP.A (Foto) einen Sonderfonds einzurichten, um "strategisches“ Bauland in teueren Gegenden aufzukaufen. In einer ersten Phase wird dieser Sonderfonds mit 50 Millionen € gespeist.

Ein Teil dieses Geldes soll dafür genutzt werden, dass lokale Wohnungsbau- und Sozialhilfezentren bezahlbaren Wohnraum schaffen können. Weitere dieser Finanzmittel werden sogar an private Projektentwickler weitergeleitet, um damit zum Beispiel Studentenzimmer in Großstädten oder günstige Eigentumswohnungen zu errichten.

Damit kann dieser Fonds mittelfristig positiven Einfluss auf die moderne und sozial gemischte Stadterneuerung in Flandern nehmen.

Stadtflucht verteuert das Umland

Wohnungsbauministerin Van den Bossche will über diesen Fonds auch überteuertes Bauland am so genannten "Flämischen Rand“ rund um die belgische Hauptstadt Brüssel ankaufen. Gerade diese Region in der Provinz Flämisch-Brabant leidet unter drastischen Preisanstiegen in diesem Bereich.

Viele wohlhabende Großstädter aus Brüssel ziehen "raus aufs Land“ und sorgen damit für steigende Immobilien- und Grundstückspreise und sogar für höhere Mieten bei Wohnungen und Häusern.

Flanderns Landesminister für den flämischen Rand um Brüssel, Geert Bourgeois von den flämischen Nationaldemokraten N-VA (Foto), hält die Initiative seiner Regierungskollegin für Lobenswert, denn er wird ständig mit dem Problem Stadtflucht aus Brüssel und steigende Wohnpreise am dörflichen Stadtrand konfrontiert.