König Albert setzt Konsultationen fort

Nachdem König Albert II. Ende der vergangenen Woche die Vorsitzenden der frankophone Zentrumspartei CDH, die Grünen aus allen Landesteilen und die flämischen Liberalen Open VLD empfangen hatte, stehen jetzt drei weitere Treffen an.

Die Parlamentswahlen vom 13. Juni 2010 liegen schon 232 Tage zurück, doch noch immer zeichnet sich kein effektiver Beginn von Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung ab.

In der vergangenen Woche traf König Albert zunächst die beiden Grünen Parteien Groen! aus Flandern und Ecolo aus dem frankophonen Sprachgebiet und danach die frankophonen Zentrumshumanisten CDH. Zum ersten Mal seit dem Beginn der Verhandlungen sprach der Monarch auch mit den flämischen Liberalen Open VLD.

Die nächste Runde Konsultationen führt nun zu Gesprächen mit Flanderns Sozialisten SP.A, mit den flämischen Christdemokraten CD&V und mit den frankophonen Liberalen MR. Die liberale Reformbewegung bietet sich nicht erst seit gestern an, an einer Lösung der politischen Probleme in Belgien zu beteiligen, doch bisher waren sie außen vor geblieben.

Die Open VLD hatte "den Stecker“ aus der letzten Regierung "gezogen“ und war dadurch zunächst in Ungnade gefallen und die MR sollte nicht mit am Verhandlungstisch sitzen, weil dies der Vorsitzende der frankophonen Sozialisten PS, Elio Di Rupo, nicht wollte. Beide hatten sich im Wahlkampf regelrecht zerfleischt und die PS war seinerzeit als Sieger aus der Schlacht gekommen...

PS und N-VA

Am Dienstag wird der König mit den beiden jeweils stärksten Parteien aus dem Wahlgang am 13. Juni 2010 zusammentreffen: Mit der PS und mit den flämischen Nationaldemokraten N-VA. Die beiden Vorsitzenden, Elio Di Rupo und Bart De Wever treffen sich am Montag ebenfalls zu Konsultationen. Beide wollen offenbar "neue Ideen“ austauschen, bevor sie am Dienstag zum Palast geladen sind.