Wer Belgier wird, der findet auch einen Job

Nach einer Studie der Universität finden Einwanderer, die die belgische Staatsangehörigkeit annehmen, viel leichter einen Arbeitsplatz, als Neuankömmlinge, die diesen Schritt nicht tun.

Im Vergleich mit dem europäischen Durchschnitt ist die Zahl der Einwanderer, die in Belgien einen neuen Job gefunden haben, viel höher. 45 % aller nicht-europäischen Einwanderer in der EU verfügt über einen Arbeitsplatz. In Belgien ist das bei 55 % aller Migranten der Fall.

Vorteilhaft ist dabei in Belgien über die belgische Nationalität zu verfügen. Einwanderer, die die belgische Staatsangehörigkeit annehmen, haben wesentlich einfacher Zugang zum belgischen Arbeitsmarkt, als Migranten, die die Nationalität unseres Landes nicht annehmen.

Zwar ist dies nicht ausdrücklich Bedingung, um an einen Arbeitsplatz in unserem Land zu gelangen, doch es scheint offenbar bei potentiellen Arbeitgebern gerne gesehen. Dies zeigt offenbar den Willen, sich in die Gesellschaft konstruktiv zu integrieren.

Diese Motivation und der Wille, auch die Sprache der Region zu lernen, in der man leben und arbeiten möchte, wird in Belgien von Teilen der Gesellschaft und der Wirtschaft, honoriert.

Allerdings, so die Wissenschaftler der der Fakultät für Sozialpolitik der Antwerpener Uni, bleibt die Kluft zwischen "belgischen“ Belgiern und Landsleuten mit "Migrationshintergrund“ auf dem hiesigen Arbeitsmarkt weiterhin groß.

Liberale Migrationspolitik

Gemeinsam mit Schweden führt Belgien in der EU die liberalste Einwanderungspolitik. Einwanderer können in einem "Schnellverfahren“ nach drei Jahren legalem Aufenthalt die belgische Staatsangehörigkeit beantragen. Wer sieben Jahre legal in Belgien lebt, also über eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung verfügt, kann automatisch Belgier werden.

Bei Familienzusammenführung geht es noch schneller, doch Ehepartner, die über eine Heirat nach Belgien kommen, finden nur sehr schwer Arbeit, vor allem Frauen. Dies liegt in den meisten Fällen am Problem der Sprache und daran, dass die Betroffenen nicht in Belgien aufgewachsen sind oder, dass sie kaum hier gelebt haben und demnach auch die Gepflogenheiten unseres Landes nicht kennen.