Tarifabkommen: Pro und Kontra

Das in der vergangenen Woche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausgehandelte Manteltarifabkommen für die belgische Privatwirtschaft wird nicht überall kompromisslos angenommen.

Der Kompromiss, der unter anderem eine Anpassung der Löhne und Gehälter auf Indexbasis vorsieht, soll auch dabei helfen, die unterschiedlichen Statute zwischen Angestellten und Arbeitern mittelfristig angleichen zu können.

Für echte Lohn- und Gehaltserhöhungen ist in diesem Jahr kaum Spielraum, doch für das kommende Jahr könnte mehr herausspringen.

Diese bittere Pille akzeptieren die meisten Gewerkschaftler an der Basis. Die christliche Gewerkschaft ACV zum Beispiel nahm den Kompromiss an Dienstag mit 67 % der Stimmen an.

Die Metaller der sozialistischen Gewerkschaft ABVV lehnten das Rahmenabkommen ab. Hier will man nicht auf deutlich fühlbare Lohnerhöhungen zur Steigerung der Kaufkraft verzichten.

So sehen es auch die Bereiche Chemie und Energie, Bereiche, die zu den "wohlhabenden“ Wirtschafts- und Industriezweigen in Belgien gezählt werden.

Angestellte sind verstimmt

Die Angestelltengewerkschaften innerhalb der verschiedenen Arbeitnehmervertretungen verwerfen das Papier.

Sowohl die christliche Angestelltengewerkschaft LBC, als auch deren sozialistische Kollegen der BBTK lehnen es ab, ungefragt im Rahmen der geplanten Angleichungen Zugeständnisse an ihren Statuten zu akzeptieren.

Bei der BBTK hieß es letzte Woche, das man von Seite der Angestellten während der Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern schlichtweg schlecht vertreten gewesen sei - ein empfindlicher Seitenhieb auf die sozialistischen Gewerkschaftsfunktionäre.