Gleiches Statut für alle Glaubensrichtungen?

Es wäre besser, allen Geistlichen der in Belgien zugelassenen Kirchen, das gleiche professionelle Statut zu gewähren. Dieser Ansicht sind Fachleute, die dem parlamentarischen Justizausschuss in Kirchenfragen Empfehlungen ausgesprochen haben.

Priester, Imame oder Rabbiner sollen je nach Einstufung oder Ranghöhe das gleiche Gehalt empfangen und alle Geistlichen in Belgien sollen mit 65 Jahren in Rente gehen können.

Dies sind einige der Empfehlungen, die eine Gruppe von vier Professoren aus den Fachbereichen Justiz und Arbeitsrecht dem parlamentarischen Ausschuss für Justiz und Kirchenfragen auf den Weg gegeben haben.

Ende März legt der Ausschuss seinen Abschlussbericht zum Zustand der in Belgien zugelassenen und bezuschussten Kirchen und Glaubensgemeinschaften vor. In diesem Zusammenhang untersuchten die Professoren, wie viele Mitglieder die einzelnen Kirchen jeweils haben.

Diese Bestandaufnahme, die alle 10 Jahre durchgeführt werden sollte – so die Professorengruppe, kann dazu führen, dass die Verteilung der Gelder von Staats wegen an die Kirchen angepasst werden wird.

Kirchensteuer?

Auffallend ist, dass die vor einiger Zeit diskutierte Einführung einer Kirchensteuer, über die man nur Steuern für seine eigene Lebensanschauung bezahlt, offenbar wieder auf ein Nebengleich gelangt ist. Diese Kirchensteuer, wie sie in Deutschland ähnlich praktiziert wird, kam ins Gespräch nach den vielen Kirchenaustritten durch die Missbrauchsskandale von Geistlichen und nach einigen kontroversen Aussagen von Erzbischof André-Joseph Léonard diesbezüglich.

Anerkennung von Kirchen in Belgien

Eine religiöse Glaubensgemeinschaft braucht in Belgien mindestens 10 Gemeinschaftszentren (oder Gotteshäuser) und mindestens 25.000 Mitglieder, um offiziell anerkannt zu werden und somit von staatlichen Zuschüssen profitieren zu können.

Die Gehälter der Geistlichen der verschiedenen Glaubensgemeinschaften in Belgien werden vom Staat, beziehungsweise vom Bundesjustizministerium bezahlt. Dies wird aus Steuergeldern finanziert.

In Belgien sind neben den Freisinnigen sechs Glaubensgemeinschaften anerkannt: Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, Anglikaner, Moslems und Juden.