Toter nach Geiseldrama in Gefängnis Namur

In der Haftanstalt von Namur hat ein Gefangener am Donnerstag vier Personen als Geisel genommen. Ein Mithäftling wurde dabei getötet. Das bestätigte der Staatsanwalt von Namur, Xavier Charles, am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz.

Der Häftling hatte ein Fluchtauto und Waffen gefordert sowie nach einem Pädofilen gefragt, den er töten könne.

Die Geiselnahme hatte um 15.45 Uhr begonnen. Salek Hilami, ein Insasse der psychiatrischen Abteilung des Gefängnisses überwältigte einen Wärter, einen Therapeuten, einen Pfleger und einen Begleiter.

Zwei Geiseln band er einen Schal um den Hals. In die Schals hatte er Rasierklingen eingearbeitet. Die beiden Schals waren aneinander gebunden, so dass sich die Geisel bei der kleinsten Bewegung gegenseitig verwundet hätten. Ein Häftling, der sich weigerte, Hilami zu helfen, wurde von ihm erwürgt.

"Der Geiselnehmer forderte innerhalb von fünf Minuten ein Gefangenenauto, fünf Waffen und einen Pädophilen, um diesen zu ermorden", so der Staatsanwalt am Donnerstagabend. Die Ordnungsdienste konnten ihn kurz vor 19 Uhr überwältigen. Die vier Geisel befinden sich in einem Schockzustand. Einer von ihnen wurde während der Intervention der Polizei leicht verletzt und Hilami selbst hatte einige gebrochene Rippen. Salek Hilami hatte vorher schon einmal einem Wachmann ein Ohr abgeschnitten. Damals hatte er versucht, aus einer Anstalt in Paifve zu flüchten.