Wie gut unterhält Flandern seine Straßen?

Innerhalb von zwei Tagen sind zwei Beleuchtungsmasten an der Autobahn E19 zwischen Brüssel und Antwerpen umgefallen. Die flämische Verkehrsministerin Hilde Crevits läßt die beiden Zwischenfälle untersuchen. Der Automobilverband VAB kritisiert den mangelnden Unterhalt unserer Straßen.

Ausgerechnet zur Hauptverkehrszeit am Freitagabend fiel auf der Höhe von Rumst ein Beleuchtungsmast auf ein Auto. Ein dahinter fahrendes Auto prallte gegen den Mast. Dabei wurden zwei Menschen verletzt. Zwei Fahrspuren mussten gesperrt werden und es kam zu langen Staus.

Auch am Samstagmorgen ist ein Beleuchtungsmast umgekippt und auf die E19 gefallen. Auf der Höhe von Mechelen-Noord in Richtung Antwerpen blockierte der umgefallene Mast die linke Fahrspur.

Die flämische Verkehrsministerin Hilde Crevits hat nun das Straßenverkehrsamt beauftragt, die Zwischenfälle zu untersuchen. In Flandern sollen auch andere Beleuchtungsmasten entlang der E19 auf ihre Statik überprüft werden. Ein Mast wurde nach einer ersten Kontrolle vorsorglich abgebaut.

Nach einer zweiten Inspektion bei Tageslicht wurden weitere 6 Maste weggenommen. Sie  stellten ein Sicherheitsrisiko dar. Die Maste befanden sich zwischen Zemst und dem Craeybeckxtunnel. Aus der Inspektion hat sich auch ergeben, dass über eine Länge von mindestens einem Kilometer die Beleuchtungspfähle in äußerst schlechtem Zustand sind, denn viele unter ihnen sind völlig durchgerostet.

Am Montag will das Straßenverkehrsamt damit beginnen, 500 Maste desselben Typs in ganz Flandern zu überprüfen. Es handelt sich um Maste, die in einer Metallplatte festgemacht sind. Später sollen auch die Maste kontrolliert werden, die im Boden verankert sind.

Das Straßenverkehrsamt will sich noch nicht dazu äußern, wer in dieser Sache die Schuld trägt. "Im Prinzip werden die Maste alle vier Monate von unabhängigen Unternehmen kontrolliert", betont Joke De Rocker vom Straßenverkehrsamt. Besagte Maste sind, wie die meisten Beleuchtungsmaste entlang flämischer Autobahnen, ungefähr 25 Jahre alt.

"Straßennetz ist schlecht unterhalten"

Der Automobilverband VAB sagt, dass diese Zwischenfälle auf peinliche Weise zeigen würden, dass Flandern mit seinem Unterhalt und seiner Straßeninfrastruktur ein schlechter Schüler sei. "Jahrelang haben wir nicht genug in das Straßennetz investiert", heißt es. "Irgendwann sind die Straßen und Beleuchtungsmaste verschleißt und müssen ersetzt werden. Das ist dann viel teurer als der klassische Unterhalt."

Ministerin Crevits will vorerst nicht reagieren. Sie wartet auf weitere Ergebnisse der Untersuchung.