"Ohne flämische Sozialisten? Undenkbar!"

Verhandlungen über eine neue Regierung ohne die flämischen Sozialisten (SP.A) ist für die französischsprachigen Sozialisten (PS) undenkbar. Informator Didier Reynders hatte abgelaufenes Wochenende so etwas verlauten lassen, aber PS-Parteichef Elio Di Rupo findet nicht, dass der Informator der richtige Mann sei, um Koalitionsvorschläge zu machen.

Nach Ablauf der Parteiversammlung bei den französischsprachigen Sozialisten PS war klar, dass der Vorschlag von Informator Didier Reynders, mit den Verhandlungen ohne die flämische SP.A fortzufahren, für ihre Schwesterpartei PS tabu ist.

Reynders hatte, wie er selbst sagte, den "Willen" entdeckt, um mit den fünf scheidenden Parteien (CD&V, CDH, MR, Open VLD und PS) und der N-VA weiter zu verhandeln. Die SP.A und Groen! sollten also ausgeschlossen werden, aber sie ließen am Sonntag wissen, dass sie nicht einfach so das Feld "für eine rechts gerichtete Regierung" räumen würden.

Die PS sagt nun, dass sie derzeit keinen Grund sehe, um eine der Parteien, die bislang am Verhandlungstisch saß, fallen zu lassen.

Und eigentlich will die PS auch Ecolo und Groen! dabei haben. Laut Di Rupo sei der Auftrag, den König Albert Informator Reynders gegeben habe, eindeutig umschrieben. Koalitionen vorzuschlagen falle eindeutig nicht in den Auftrag von Informator Reynders.

"Die Zukunft des Landes und seiner Bürger steht auf dem Spiel und es ist nicht der Moment, um Aussschließungen zu machen", heißt es bei den französischsprachigen Sozialisten PS. "Und sicher nicht zu Lasten derer, die stets nach Lösungen und nicht nach Probleme gesucht haben."

Die PS betont, dass die Sozialisten seit den letzten Wahlen die größte politische Familie des Landes forme. "Die Sozialisten im Norden und Süden des Landes haben als einzige an allen Staatsreformen mitgewirkt."

Informator Didier Reynders hat die Nachricht inzwischen verstanden. Am Montagmittag hat er bereits deutlich gemacht, dass in seinem Bericht für den König noch nicht festgelegt sei, mit welchen Parteien weiter verhandelt werde.

Der Bericht muss am Mittwoch fertig sein.