Schulkaution bei der Anmeldung

Wer sein Kind in einer Schule einschreibt, muss in manchen öffentlichen Schulen eine Art Kaution bezahlen. Es handelt sich dabei vor allem um Schulen in Städten. Die haben damit zu kämpfen, dass Eltern ihre Kinder in verschiedenen Einrichtungen anmelden und hinterher nichts mehr von sich hören lassen.

Geld verlangt unter anderm auch das Sint-Lievenscollege in Gent. Der Direktor Frank Van der Sypt erklärt: "Wir verlangen keine Garantie, sondern einen Vorschuss auf die erste Schulrechnung. Das ist doch ein kleiner Unterschied. Wir machen das im Rahmen der Verteilung der Schulrechnung, also Kosten die auf die Eltern und Schüler im Laufe des Jahres zukommen. Wir haben auch festgestellt, dass wir dadurch eine bessere organisatorische Übersicht über die Zahl der Schüler bekommen, die tatsächlich am 1. September hier die Schule besuchen."

Der Dachverband des katholischen Unterrichtswesens hält eine allgemeine Kaution für keine gute Idee. Die Schulen könnten jedoch eventuell einen Vorschuss auf eine bestimmte Rechnung verlangen, findet Willy Bombeek vom katholischen Unterrichtswesen.

"Wir waren total erstaunt über diese Praktik. Was uns sehr wohl bekannt ist, ist, dass manche Schulen zum Zeitpunkt der Einschreibung einen Vorschuss auf eine bestimmte Rechnung verlangen. Das ist dann ein Vorschuss auf eine gesamte Jahresrechnung. Das sind Dinge, die im Schulrat besprochen werden. Die Praktik der Bezahlung einer Kaution hat uns jedoch total überrascht. Das System halten wir für keine gute Lösung. Andere Lösungen wären besser."

Das Unterrichtsministerium sieht in der Anwendung des Kautionssystems keinen Gesetzesverstoß, solange es sich nicht um eine Anmeldegebühr handelt.