Mangelnde Sicherheit in Justizgebäuden?

Nach dem Brandanschlag auf das Gerichtsgebäude in der westflämischen Stadt Kortrijk am Montag ist auch hier eine Diskussion über die Sicherheit entstanden. Derzeit sind alle Justizgebäude in Belgien frei zugänglich.

Das sich das ändern könnte, ist eher unwahrscheinlich, doch Belgiens scheidender Justizminister Stefaan De Clerck (CD&V) hat Ideen, wie man die Sicherheit vor Ort verbessern könnte. Ganz nebenbei, De Clerck ist auch Bürgermeister der Stadt Kortrijk, in der der Brandanschlag stattfand.

Am Montag hatte ein bisher noch nicht identifizierter Mann einen Brandsatz gegen die Türe des Büros des Vorsitzenden des Gerichts (großes Foto) geschleudert. Glücklicherweise kam dabei niemand zu Schaden, denn der Justizbeamte konnte mitsamt seinem Personal durch einen zweiten Eingang aus den Räumlichkeiten entkommen.

Justizminister De Clerck (Foto) gibt zu, dass die belgischen Justizgebäude und Gerichte frei zugänglich sind, doch dies soll auch so bleiben. Allerdings braucht es effektive Schutzmaßnahmen durch neue Technologien; Maßnahmen, die er "passiv“ oder "defensiv“ nennt.

Der scheidende Minister schlägt vor, diese Gebäude vollständig mit Kameras zur Überwachung auszurüsten, also auch die Gänge und die Sitzungssäle. Zudem sollen Alarmsysteme mit so genannten "Panikschaltern“ eingeführt werden, mit denen ein Alarm ausgelöst werden kann.

Bisher sollte diese Strategie in den Friedensgerichten des Landes angewendet werden, doch jetzt wächst offenbar der Wille, es auf die gesamte bauliche Infrastruktur des Justizwesens auszuweiten.