Wieder Streik im Brüsseler Nahverkehr

Das Fahrpersonal der regionalen Brüsseler Nahverkehrs-Gesellschaft MIVB/STIB ist am Dienstagabend spontan in den Streik getreten. Der Streik brach aus, nach dem ein Personalmitglied in der Metro-Station König Baudouin Opfer eines gewalttätigen Angriffs wurde.

Schon wieder wurde ein Metrofahrer der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB Opfer eines aggressiven Fahrgastes.

Als sich der Metrofahrer am Haltepunkt König Baudouin - die Endstation der U-Bahnlinie 6 - für die Rückfahrt ans andere Ende seines Zuges begeben wollte, wurde er von einem aufgebrachten Fahrgast aufgehalten. Nach einem heftigen Wortwechsel kam es zu einer Schlägerei, bei dem allerdings niemals zu Schaden kam. Im Nachhinein erstattete der Metrofahrer Anzeige gegen seinen Angreifer.

Allerdings erwiesen die Ermittlungen der Brüsseler Staatsanwaltschaft im Laufe des Dienstags, dass der Metrofahrer an der Eskalierung des Vorfalls wohl nicht ganz unbeteiligt war.

Nach dem dieser Fall bei den Kollegen der MIVB/STIB die Runde gemacht hatte, kam es zu einem Spontanstreik, dem sich auch das Fahrpersonal der Busse und der Straßenbahnen der belgischen Hauptstadt anschloss.

Einige Busse waren dennoch am Dienstagabend ausgefahren, doch die wurden von der Direktion aus Sicherheitsgründen wieder in die Stellplätze zurückbeordert.

Der Streik hielt am Montagmorgen weiter an und verursachte in der belgischen Hauptstadt zur morgendlichen Stoßzeit erhebliche Probleme. Viele Arbeitnehmer stiegen auf ihren Wagen um, was auf den Einfallswegen in die Hauptstadt vermehrt zu Staus führte.

Der Streik dauert den ganzen Tag und auch am Abend hatten die Pendler ähnliche Probleme, wie am Morgen.

"Wir haben ein allgemeines Sicherheitsproblem"

Am Dienstag trafen sich Vertreter der Gewerkschaften und der Direktion der Nahverkehrsgesellschaft zu Gesprächen. Eine schnelle Lösung des Problems scheint nicht in Sicht, denn offenbar liegt in der belgischen Hauptstadt ein Sicherheitsproblem im öffentlichen Nahverkehr vor. Ob und wann es zu den schon länger geforderten Investitionen in mehr Sicherheit bei der MIVB/STIB kommen wird, bleibt abzuwarten.

Ein Vertreter der christlichen Gewerkschaft A CV für den öffentlichen Dienst sagte am Montag, dass der vorliegende Fall von Aggression gegen MIVB-Personalmitglieder bei weitem nicht der erste ist:

"Es liegt ein allgemeines Sicherheitsproblem in unseren Bussen, Trams und Metros vor. Wir sind frustriert, denn unsere Sicherheit kann nicht gewährt werden. Nach vorangegangenen Vorfällen wurden uns Versprechungen für mehr Sicherheit gemacht, doch die Unterstützung von Seiten der Polizei ist immer ein heikler Punkt gewesen. Darauf können wir nicht zählen.“