De Wever: "Keine 10 kleinen Negerlein"

Informator Didier Reynders soll sich entscheiden, mit welchen Parteien er weiterverhandeln wolle. Das fordern die flämischen Liberalen von der Open VLD und andere Parteien pflichten ihnen bei. Die Zahl der Parteien am Verhandlungstisch müsse begrenzt werden, findet auch N-VA-Präsident De Wever. An einer "Geschichte der zehn kleinen Negerlein, die dann alle nacheinander verschwinden", habe er kein Interesse.

Die flämischen Liberalen von der Open VLD wollen, dass sich der Königliche Informator Didier Reynders so schnell wie möglich Klarheit  darüber verschafft, mit welchen Parteien er weiterverhandeln wolle.

Mit neun Parteien gleichzeitig Gespräche führen, sei jedenfalls keine gute Idee, sagte der Vorsitzende der Open-VLD Alexander Decroo (kleines Foto) am Sonntagmittag in einer Debatte der Parteivorsitzenden bei der VRT-Polittalkshow "De zevende dag" dt.: "Der siebte Tag").

"Wir müssen uns schnell entscheiden, mit welchen Parteien weiterverhandelt werden soll, denn derzeit habe ich das Gefühl, dass man sagt, wir beginnen mit 9 und schließlich wird es eine Art Ausscheidungsrennen, bei dem wir dann schon sehen, wer unterwegs herunterfällt. Ein Ausscheidungsrennen funktioniert bei einem Rennen, aber in der Politik funktioniert das nicht. Wenn wir das Ganze wie ein Ausscheidungsrennen angehen, wird das Vertrauen ganz und gar auf der Strecke bleiben", so Decroo.

Auch für den Vorsitzenden der flämischen Nationalisten, Bart De Wever, müsse die Zahl der Parteien am Verhandlungstisch von vornherein begrenzt werden.

"Ich habe auch kein Interesse an einer Geschichte von 10 kleinen Negerlein, die alle hereinkommen und nach jeder Strophe muss eines verschwinden. Lassen Sie uns auf der Grundlage von Inhalten entscheiden, welche Regierung man bilden kann. Das scheint mir die letzte Chance zu sein, die wir noch haben", so De Wever.

Die N-VA will jedoch nicht sagen, welche Partei den Verhandlungstisch verlassen soll.

Der Vorsitzende der flämischen Grünen Groen!, Wouter Van Besien, wiederholte noch einmal, dass er gerne weiterhin dabei sein würde, "weil wir, die grünen Parteien Ecolo und Groen!, die Sackgasse nicht verursacht haben. Wir haben im Gegenteil in bestimmten Momenten wichtige Initiativen genommen, um aus der Sackgasse herauszufinden."

Die flämischen Sozialisten SP.A und die flämischen Christdemokraten CD&V hielten bei der Debatte mit ihrer Meinung eher hinter dem Berg.