Stijnen hetzt gegen seinen eigenen Club

21/02/2011 – Monatelang wurde über Internetforen eine Hetzkampagne gegen zwei Torhüter von Club Brügge sowie gegen Spieler und die erneuerte Club-Leitung geführt. Am Sonntagabend haben die Freundin und der Bruder von Stijn Stijnen alle Schuld auf sich genommen. Sie sollen hinter der Hetzkampagne stecken, ohne Mitwissen von Stijnen.

Vergangenes Wochenende hat sich herausgestellt, dass die Hetzkampagne vom Computer des dritten Torwarts von Club Brügge, Stijn Stijnen und engen Familienmitgliedern von ihm ausging. Stijnen war vor seinen Verletzungen einst Torwart Nummer eins beim Club Brügge. Nach Bekanntwerden der Nachricht vom Wochenende wurde der ehemalige Spieler der Roten Teufel auf unbestimmte Zeit auf die Reservebank verwiesen.

Der Sportpsychologe Jef Brouwers ist ganz und gar nicht überrascht, dass jemand aus dem Lager von Club Brügge selbst hinter der Hetzkampagne stecken könnte.

Solche Praktiken passierten täglich in unserer Gesellschaft, meint Brouwers. Da es sich aber dieses Mal um eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens handele, werde dem Ganzen Aufmerksamkeit geschenkt. Brouwers sucht den Ansatz des heutigen Problems bei der Nationalmannschaft, den Roten Teufeln.

Vor eineinhalb Jahren wurde Stijnen dort vom damaligen Verbandstrainer, Dick Advocaat, aufs Abstellgleis gestellt. Da Stijnen nun dasselbe bei Club Brügge droht, seien bei ihm offenbar die Sicherungen durchgebrannt.

Brouwers ist der Meinung, dass in diesem Fall auch der Club Brügge Schuld auf sich geladen habe und dass viele Probleme vermieden werden könnten, wenn jeder professionelle Sportverein einen Psychologen bereitstellen würde.

„Ich denke, dass eine Vereinsführung der ersten Liga stets einen Psychologen bereitstellen muss. Der braucht ja dort nicht vollbeschäftigt werden, aber es sollte einer sein, der den Verein kennt und in bestimmten Momenten zu Rate gezogen werden kann", betont der Psychologe.