Über 11.000 Häftlinge in den Gefängnissen

Die belgischen Gefängnisse sind hoffnungslos überbelegt. Derzeit sitzen mehr als 11.000 Häftlinge hinter Gittern. Das ist neuer Rekord, wie die flämische Tageszeitung "De Morgen" in ihrer Mittwochsausgabe meldet.

Eigentlich ist in den Gefängnissen landesweit Platz für 9.179 Häftlinge. Am vergangenen Wochenende wurde allerdings die Marke von 11.000 Gefangenen durchbrochen. Am Montag saßen 11.044 Häftlinge ein und am Dienstag - nach einigen offiziellen Entlassungen - immerhin noch 11.017.

Das ist ein Rekord, den Laurent Sempot, der Sprecher der Generaldirektion für das belgische Gefängniswesen bestätigen musste.

Zudem befinden sich viele Gebäude in einem schlechten Zustand. Besonders betroffen sind die Gefängnisse von Verviers in der Provinz Lüttich, wo ein Gebäudeflügel einzustürzen droht und von Merksplas in der Provinz Antwerpen.

Belgiens scheidender Justizminister Stefaan De Clerck (CD&V - Foto) verweist in "De Morgen“ auf das Vorhaben der Justizbehörden, zusätzliche Haftanstalten bauen zu wollen: „Trotz der Tatsache, dass wir mit einer geschäftsführenden Bundesregierung arbeiten, arbeiten wir daran weiter.“

In einigen Haftanstalten werden neue Zellen angebaut und in Dendermonde, Beveren, Leuze und Marche-en-Famenne sollen neue Haftanstalten entstehen. In Antwerpen soll sogar ein ganz neues Gefängnis entstehen, das als Forensische Anstalt genutzt werden soll.