Belgische Libyer suchen Gespräche

In den kommenden Tagen werden belgisch-libysche Familien und in Belgien lebende Libyer mit belgischer oder libyscher Staatsangehörigkeit Aktionen in Angriff nehmen, mit denen belgische und EU-Politiker angesprochen werden sollen, um auf den Zustand in ihrem umkämpften Land zu reagieren.

Einige der Initiatoren dieser und deren Anwalt Georges-Henri Beauthier hatten am Donnerstag zu einer Pressekonferenz im Brüsseler Justizpalast eingeladen.

Anwalt Beauthier gab an, dass diese Familien ein enormes Risiko auf sich nehmen, denn sie haben Angehörige, die noch in ihrer libyschen Heimat leben und denen könnten Repressalien drohen.

Die Initiatoren hoffen, dass Belgien und die Europäische Union auf politischer Ebene auf die Vorkommnisse in Libyen reagieren und dass dadurch die Gewalt in ihrem Land beendet werden. Unser Land und die EU werden gebeten, beim UN-Sicherheitsrat vorzusprechen, um Gaddafi vor den Internationalen Gerichtshof von Straßburg bringen zu können.

Die belgische Menschenrechtsliga und Amnesty International würden diese Aktion unterstützen, so Beauthier.

Allerdings wurde die Pressekonferenz vom Sicherheitspersonal des Justizpalastes und von belgischen Bundespolizisten abgebrochen und die Teilnehmer - die Initiatoren und mehrere Journalisten - wurden zum Ausgang begleitet. Allerdings hatten die Brüsseler Justizbehörden der Pressekonferenz zugestimmt.

Vier weitere Belgier kehrten heim

Inzwischen sind vier der insgesamt 16 Belgier, die Libyen angesichts der Gewalt im ganzen Land verlassen wollen, in ihrer Heimat angekommen.

Sechs weitere sitzen derzeit noch in Misurata im Osten der Hauptstadt Tripolis fest und eine sechsköpfige Familie versucht von Tripolis selber aus, eine niederländische Militärmaschine zu erreichen, die auf dem Flughafen noch immer wartet.

Allerdings, so Beobachter, herrscht auf den beiden Flughäfen der libyschen Hauptstadt völliges Chaos. Ob und wann Maschinen mit Ziel Europa starten können, war am frühen Donnerstagabend noch unklar.