Die Wiederauferstehung der Benelux

Der 1960 aus der Zollunion der drei Länder entstandene Benelux-Vertrag sorgte Jahrzehnte lang für eine Kooperation, die durchaus im Kleinen mit der EU vergleichbar ist. Derzeit führen die Niederländer den Vorsitz. Sie wollen den Staatenverband wieder aufleben lassen.

Henne Schuwer (Foto), der Botschafter der Niederlande in Brüssel, gab bei der Vorstellung des Aktionsplanes der Benelux für 2011 an, dass die Idee, dem Benelux-Staatenverband wieder neues Leben einzuhauchen, schon länger in den Köpfen einiger Protagonisten herumgeistere. Allerdings ruhte die Sache eine Zeit lang.

Doch nach dem der Benelux-Vertrag von 2008 zustande gekommen war, lebte der 1944 entstandene Staatenverbund wieder auf. Im vorletzten Kriegsjahr wurde zwischen Belgien, den Niederlanden und Luxemburg eine Zollunion vereinbart.

Damit ist dieser Verband rund 10 Jahre älter als die Europäische Union. Lange galt die Benelux als "Versuchsfeld“ für grenzenlose Projekte. Eines davon kennt fast jeder in der Europäischen Union: Der Schengenvertrag wurde zum Beispiel von der EU übernommen.

Jetzt, nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise und nach der EU-Osterweiterung auf 27 Mitgliedsstaaten, trägt die Wiederbelebung der Benelux Früchte, wie der niederländische Botschafter in Brüssel sagte: "Unsere Länder suchen Lösungen für Probleme wieder vor der eigenen Haustüre. So kamen sie wieder zur Benelux.“

Jan Van Laarhoven, der Generalsekretär des Benelux- Verbandes, verweist ebenfalls auf die Erweiterung der Union: "Als die EU noch aus 15 Mitgliedern bestand, waren wir als Gründerväter der Union bekannt. Doch seit den einzelnen Erweiterungen hatten wir kaum noch Wiedererkennungswert.“.

Das soll sich jetzt ändern und die drei Nachbarländer im Herzen der EU rücken wieder enger zusammen und können so ihrem "Marktwert“ als europäisches Versuchswert wieder entsprechen.