Die Inflation in Belgien steigt weiter an

Die Inflation in Belgien zieht weiter an. Im Monat Februar stieg sie auf rund 3,4 %. Vor allem die Energiekosten bei Strom und Heizöl sind weiter angestiegen, nicht zuletzt durch die Unruhen in der arabischen Welt.

3,39 % Inflation im Februar bedeuten einen Anstieg um 0,17 % gegenüber dem Vormonat Januar, als die Inflation noch bei 3,22 % lag. Damit hat die Inflation in Belgien den höchsten Stand seit Oktober 2008 erreicht.

Das staatliche Planbüro hatte eine Inflation von 3,21 % errechnet. Ohne die in den letzten Wochen gestiegenen Energiekosten würde der Index um etwa 1,7 % fallen.

Demnach treiben eindeutig die hohen Energiekosten die Inflation in die Höhe. Die Preise für Strom und Heizöl stiegen um rund 3,8 % und auch Gas (+ 1,4 %) und Dieselkraftstoff (+ 2,3 %) zogen an. Schnittblumen, auch ein Produkt aus dem den Index bestimmenden Warenkorb, verteuerten sich sogar um fast ein Viertel ihres Preises. Günstiger geworden sind Gemüse (- 4,1 %) und Handygespräche (- 4,2%).

Agoria, der Dachverband der Technologieunternehmen, reagierte am Freitag besorgt über die steigende Inflation und fordert Maßnahmen, um den Anstieg der Energiepreise zu bremsen, beziehungsweise diesen einen Richtwert für eine Obergrenze zu verordnen. Dabei soll die Brennstoffkompenente bei der Elektrizitätsgewinnung eingefroren werden und auf den Wert von vor 12 Monaten festgelegt werden.

Zudem soll die Besteuerung von Strom und vom Stromvertrieb vorerst nicht mehr angehoben werden. Diese und ähnliche Maßnahmen könnten die Inflation um bis zu 0,2 % sinken lassen.

Die unmittelbaren Folgen der steigenden Inflation

Damit stieg der Verbraucherindex im Februar um 0,58 % auf 116,33 Punkte. Im Januar lag er noch bei 115,66 Punkten. Der Gesundheitsindex liegt derzeit bei auf 115,05 Punkten, was einem Anstieg um 0,67 % entspricht.

Die schnell steigende Inflation in Belgien könnte dazu führen, dass der sogenannte Schwellenindex schon früher überschritten wird, als vom staatlichen Planbüro ursprünglich errechnet. Dadurch steigen wahrscheinlich binnen kurzer Zeit unter anderem die Sozialbeihilfen und die Gehälter im öffentlichen Dienst um etwa 2 %.