BASF in Antwerpen gibt Düngemittelgeschäft ab

Der deutsche Chemieriese BASF wird seine Düngemittelproduktion im Hafen von Antwerpen verkaufen. Die 331 dort arbeitenden Beschäftigten sollen ihren Arbeitsplatz zunächst behalten dürfen. Verkauft werden sollen mehrere Anlagen in Antwerpen sowie der 50-prozentige Anteil am Gemeinschaftsunternehmen PEC-Rhin in Ottmarsheim (Frankreich).

Zunächst sollen die Aktivitäten einem Tochterunternehmen übertragen werden. Später soll das Düngemittelgeschäft an andere Düngemittelhersteller auf dem Markt veräußert werden.

Auch dann werden die Arbeitnehmer ihren Job unter den gleichen Bedingungen behalten, betont die Direktion von BASF.

Der weltgrößte Chemiekonzern sucht einen Käufer, dessen Kerngeschäft die Düngemittelproduktion ist. Der kann dann die Anlagen in Antwerpen in einer strategischen Partnerschaft mit BASF übernehmen. Die Produktion bleibt also am gleichen Ort und in den internationalen BASF-Verbund eingebettet. Der Verkauf soll bis Anfang 2012 abgeschlossen sein.

BASF Antwerpen betont, dass das Düngemittelgeschäft zwar profitabel sei, aber mit weniger als einem Prozent des Umsatzes der BASF-Gruppe nicht mehr zum strategischen Kerngeschäft gehöre. Die jährliche Produktionskapazität in Antwerpen beträgt  2,5 Millionen Tonnen Düngemittel.

Auch in Ottmarsheim in Frankreich sollen Teile der Düngemittelproduktion verkauft werden. In dem französischen Gemeinschaftsunternehmen mit GPN, das zur französischen Total-Gruppe gehört, arbeiten rund 190 Menschen.

Gewerkschaft: "Verkauf kommt überraschend"

Die sozialistische Gewerkschaft ABVV reagiert überrascht auf die Pläne von BASF, einen Teil des Düngemittelgeschäfts abzustoßen.

"Es verwundert uns und wir sind auch nicht gerade froh darüber", sagt Bruno Verlaeckt von der ABVV.

"BASF ist doch ein namhaftes Unternehmen mit Ausstrahlung, das auch den Mitarbeitern Sicherheit bietet. Natürlich haben wir die gesetzlichen Verpflichtungen mit Wahrung der Lohn- und Arbeitskonditionen im Falle eines Verkaufs. Wir werden aber auch versuchen, eine Jobgarantie zu den gleichen Bedingungen wie heute für die Mitarbeiter weiterhin zu garantieren", heißt es.