Reynders erstattet Bericht beim König

Informator Didier Reynders führte am Dienstag seine letzten Beratungsgespräche. Um 16 Uhr 30 war er beim König, um seinen Abschlussbericht vorzulegen. Unterdessen wurde in verschiedenen Medien darüber spekuliert, ob jetzt die flämischen Christdemokraten CD&V in den Ring geschickt werden.

Reynders hat am Dienstagmorgen die politische Lage mit dem scheidenden Premierminister Yves Leterme erörtert. Danach hat er den Vorsitzenden der flämischen Liberalen, Alexander De Croo (Open-VLD) und den Vorsitzenden der französischsprachigen Liberalen Charles Michel (MR) empfangen. Um 16 Uhr 30 wurde Reynders auf Schloss Laken erwartet, um den Abschlussbericht seines Auftrags König Albert II. zu überreichen. Gegen 19 Uhr hatte er das Schloss wieder verlassen.

Zu diesem Zeitpunkt lagen noch keine Ergebnisse des Gesprächs vor. Später gab Reynders anlässlich einer Pressekonferenz (Foto oben) an, dass er Raum für Verhandlungen sehe und das das Vertrauen zwischen den Parteien und den Politikern wieder gestiegen sei. Seiner Ansicht nach sei es bald möglich, mit echten Verhandlungen zu beginnen, wenn auch vielleicht in einer anderen Zusammenstellung der Gesprächspartner.

Informator Reynders hatte seinen Königlichen Auftrag am 2. Februar aufgenommen. Er sollte herausfinden, ob es noch einen politischen Willen zur Einigung auf eine Staatsreform gibt.

Nach einem ersten Zwischenbericht am 16. Februar, verlängerte der König den Auftrag des Vizepremiers um zwei Wochen. So bekam Reynders die Gelegenheit, seinen Bericht zu "vervollständigen und zu präzisieren". Ihm gelang jedoch eher kein Durchbruch. Die Chance ist gering, dass Reynders einen neuen Auftrag erhält. Insbesondere die französischsprachigen Sozialisten von der PS sind dagegen.

Jetzt sieht es danach aus, dass der nächste in der langen Schlange der "Königlichen Gesandten" eine Person aus den Reihen der flämischen Christdemokraten CD&V sein wird. Die CD&V ist jedenfalls nicht dagegen. "Wenn man tatsächlich will, dass wir die Verantwortung übernehmen, werden wir das machen", so der flämische Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V).

Der Name des CD&V-Vorsitzenden Wouter Beke (Foto) ist in diesem Zusammenhang bereits mehrmals gefallen. Die flämischen Nationalisten von der N-VA haben jedoch vorgeschlagen, zusammen mit der PS zum Zuge zu kommen. Die PS will darauf aber nicht eingehen.

Am Dienstagabend hatte der König noch keine Entscheidung darüber getroffen, wie es weitergehen soll. Er wird wohl erst am Mittwoch einen Nachfolger für Reynders benennen.