Freitag: Streik gegen das Tarifabkommen

Das Rahmen-Tarifabkommen für die Beschäftigten in der Privatwirtschaft sorgt bei den sozialistischen und bei den liberalen Gewerkschaften in Belgien für Unzufriedenheit. Für Freitag riefen die Gewerkschaften zu Streiks und Arbeitsniederlegungen auf.

Vor einigen Wochen einigten sich Gewerkschaften und Arbeitnehmer in Belgien nach langen Verhandlungen auf ein interprofessionelles Rahmentarifabkommen für die Beschäftigten in der Privatwirtschaft.

Viel Spielraum für steigende Löhne und Gehälter sind darin nicht enthalten - es wird 2012 nur 0,3 % mehr Geld geben, doch zeigten die Arbeitgeber ein Entgegenkommen in der gewerkschaftlichen Forderung nach einem Angleichen der Statute von Arbeitern und Angestellten.

Premierminister Yves Leterme (CD&V) und seine scheidende belgische Regierung passten die von Teilen der Gewerkschaften sofort abgelehnte Einigung leicht an und brachten sie so nachgebessert durch die Instanzen. Danach machten die Arbeitnehmervertreter ernst mit ihrer Drohung und setzen für Freitag, den 4. März, Streiks an.

In Brüssel werden Demonstrationen gegen das Rahmentarifabkommen stattfinden, was für zusätzliche Verkehrsprobleme sorgen wird.

Folgen werden überall spürbar sein

In der belgischen Hauptstadt Brüssel wird der öffentliche Nahverkehr wohl stillstehen. Die Nahverkehrsgesellschaften De Lijn, TEC und MIVB/STIB werden kaum ausfahren. Die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB wird mit einem Minimalfahrplan fahren, bei dem das Hauptaugenmerk auf der Bedienung der wichtigsten Linien - Metro und Nordsüd-Achse - liegen wird.

Der Bahnverkehr bleibt allerdings weitgehend verschont von Aktionen. Auch der Flugverkehr soll keine negativen Folgen erleiden.

Allerdings müssen die großen Konzerne in Belgien mit weitgehenden Streiks und Arbeitsniederlegungen rechnen. So sollen die Fließbänder in der Automobilindustrie - z.B. bei Audi in Brüssel - stillstehen.

Auch in den Stahlwerken in Lüttich, Charleroi oder Gent wird wohl nicht gearbeitet. Ob dabei auch Hochöfen abgeschaltet werden sollen, ist unklar. Dies würde technisch gesehen für die Stahlproduktion eine tagelange Blockierung mit sich bringen.

Vereinzelt werden wohl auch Warenhäuser und Banken geschlossen bleiben. Insgesamt wird die Privatwirtschaft mit ihren Produktionsstätten und ihren Vertriebsnetzen weitgehend bestreikt sein.