Streikposten legten Teile der Wirtschaft still

Überall im Land blockierten Streikposten am Freitagmorgen die Eingänge der verschiedensten Werke, Unternehmen oder Supermärkte. Der 24 Stundenstreik gegen das interprofessionelle Tarifabkommen führte zu Arbeitsniederlegungen in fast allen Bereichen.

In der belgischen Hauptstadt Brüssel und in den umliegenden brabanter Provinzen blockierten Streikposten mehrere Unternehmen, Konzernverwaltungen und Kaufhäuser. Schon im Vorfeld hatte die Direktion des Brüsseler Audi-Werks entschieden, ihr Werk an diesem Freitag geschlossen zu halten. Ein Sprecher sagte dazu: "Das Personal ist unterrichtet und wer Urlaub oder einen Recup-Tag nahm, der wird auch bezahlt.“

In Antwerpen demonstrierten Streikposten vor vielen Geschäften und erinnerten die Passanten daran, dass ihre Kaufkraft auf dem Spiel stehe. Zudem störten Filterblockaden an den vier wichtigsten Kreisverkehren der Scheldemetropole den Verkehr in Richtung Innenstadt. In der Provinz Antwerpen werden unter anderem DAF Trucks in Westerlo und Philips in Turnhout bestreikt. Bei Philips sorgte ein Gerichtsvollzieher per einstweiliger Verfügung dafür, dass arbeitswillige Kollegen ins Werk gehen konnten.

In der Provinz Limburg blieben die Papierfabrik Sappi in Lanaken und das Verpackungsunternehmen Chiyoda und die regionale Verwaltung des Energiekonzerns Luminus in Genk wurden geschlossen. In einigen Ortschaften fanden Demonstrationen statt. Im ostflämischen Gent positionierten sich Gewerkschaftler vor dem Volvo-Werk und vor den Toren des ArcelorMittal-Stahlwerks. Die Zugangswege zum Hafen blieben frei. Verschiedener Orts in Westflandern störten Filterblockaden die Zufahrt zu den Stadtzentren oder zu den Gewerbegebieten.

Streiks in Wallonien und in Ostbelgien

Im wallonischen Landesteil Belgiens wurde der Streikaufruf gegen das Rahmentarifabkommen sehr gut befolgt. Hier sorgen Filterblockaden für Verkehrsbehinderungen in vielen Städten und vor vielen Werkstoren zogen Streikposten auf. Zudem wurden auch hier Geschäfte, Supermärkte, Konzernverwaltungen und sogar Banken und Schulen geschlossen.

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Ostbelgien wird ebenfalls gestreikt. Auch hier wurden Supermärkte, Gewerbegebiete und Industriezonen blockiert oder Werkstore versperrt. In der Industriezone in Eupen zum Beispiel wurde die Chocolaterie Jacques bestreikt. Auch andere größere Unternehmen in der Region waren betroffen.