Werden die Züge bald pünktlicher?

Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB und der Gleisnetzbetreiber Infrabel wollen mit einem gemeinsamen 100 Punkteplan die Pünktlichkeit der Reisezüge drastisch verbessern. In der jüngeren Vergangenheit ließ hier einiges zu wünschen übrig.

Der Maßnahmenkatalog zur Pünktlichkeit der Bahn ist recht umfassend und weist einige längst überfällige Punkte auf. So wird Netzbetreiber Infrabel schnelle Einsatzgruppen zusammenstellen, die bei technischen Problemen sofort zur Stelle sein können, um Schäden zu beseitigen.

Das bedeutet auch, dass Gleise bei schwierigen Wetterumständen, wie zum Beispiel bei Schnee und Eis, rascher freigemacht werden können.

Die Bahnverwaltung der NMBS/SNCB richtet ein Helpdesk als Meldepunkt ein, bei dem Lokomotivführer oder Zugpersonale kurzfristig Probleme melden können.

Die Zahl der zur Verfügung stehenden Fahrzeugreserven (Loks und Wagen) soll erhöht werden. Auch dazu sollen die Nachtschichten in den Ausbesserungswerken der Bahn aufgestockt werden.

Resultate sollen bald spürbar sein

Die belgische Bahnholding macht sich stark dafür, dass die Fahrgäste die Resultate dieser Maßnahme recht schnell bemerken sollen. Die geplante Streichung einiger Pendlerzüge zu den Stoßzeiten, die bei den Berufstätigen, die vom Auto auf die Bahn umgestiegen sind, sehr umstritten sind, wurde aber noch nichts entschieden.

Als Anfang des Jahres die Pünktlichkeitsstatistik der belgischen Eisenbahn veröffentlicht wurde, stand ein historischer Tiefpunkt in der Geschichte der NMBS/SNCB im Raum. Nur 85,7 % aller Reisezüge fuhr 2010 nach Fahrplan, bzw. hatte nur eine leichte Verspätung von weniger als 5 Minuten.

Die meisten Probleme, wer hätte es gedacht, kamen während den Stoßzeiten am Morgen und am Abend vor. Die Idee von Infrabel, um diese verkehrsintensiven Zeiten zu entlasten, in dem einige morgendliche und abendliche Pendlerzüge gestrichen werden sollten, kam bei den Fahrgastverbänden, aber auch bei der übergeordneten Bahnholding äußerst schlecht an.