Der Staat verdient am Dieselverbrauch

Der belgische Staat verdient nach Berechnungen des Autofahrerverbandes VAB pro Jahr durchschnittlich 600 Millionen € an der Verbrauchersteuer auf Dieselkraftstoff. Gleichzeitig wird aber der Erwerb von CO2-Freundlichen Dieselautos gefördert. Der VAB kritisiert diesen Widerspruch und wirft dem Staat vor, sich unredlich die Tasche zu füllen.

Wer einen neuen und umweltfreundlichen Dieselwagen kauft, der erhält vom belgischen Staat eine CO2-Prämie. Doch wer mit einem solchen Fahrzeug tanken fährt, der muss derzeit durch die gestiegenen Ölpreise teuren Kraftstoff erwerben.

VAB-Sprecher Maarten Matienko versteht nicht, dass der Staat hier wieder die Verbrauchersteuer erhöhte: „Wir klagen diese Doppelmoral an. Einerseits wird der Kauf von Dieselautos über CO2-Prämien stimuliert aber andererseits wird die Verbrauchersteuer auf Diesel durch das Klicksystem angehoben."

Dieses so genannte Klicksystem sorgt dafür, dass eine Preissenkung an der Zapfsäule nicht ganz an die Verbraucher weitergegeben wird.

Konkret bedeutet dies, dass der Verbraucher nichts davon merkt, wenn der Dieselpreis nach den steigenden Ölpreisen irgendwann mal wieder sinkt.

In diesem Fall greift das Klicksystem, denn der Staat erhöht dann seine Verbrauchersteuer. Damit nimmt er viel Geld ein.

"Wir haben berechnet, dass die Zusatzeinnahmen durch dieses System dem Staat 600 Millionen € pro Jahr einbringt, während die Bezuschussung von CO2-freundlichen Dieselwagen nur 200 Millionen € kostet. Wir, die Dieselfahrer, zahlen aber das Dreifache aus eigener Tasche.", so Matienko.

Vor einigen Jahren, als die Treibstoffpreise schon einmal so hoch lagen, führte der belgische Staat ein umgekehrtes Klicksystem ein. Damals wurden die Preissteigerungen NICHT an die Verbraucher an der Zapfsäule weitergegeben.

Diesen Schritt fordert der Autofahrerverband VAB jetzt auch wieder: "Wir fordern bei diesen hohen Treibstoffpreisen ein negatives Klicksystem. Das bedeutet, dass bei einer Erhöhung um 10 Eurocent bei pro Liter Diesel oder Benzin an der Tankstelle, eigentlich ein Verbrauchersteuer-Rabatt von fünf Eurocent angebracht wäre."