Kein neuer Vertrag wegen Kopftuch

Einer Mitarbeiterin des Bekleidungsgeschäfts Hema in Genk in der Provinz Limburg wird der Zeitarbeitsvertrag nicht verlängert, da sie am Arbeitsplatz ein Kopftuch trägt. Das belgische Zentrum für Chancengleichheit will Genaueres wissen.

Die Betroffene ist eine junge Frau aus der Provinz Limburg, die über das Zeitarbeitsunternehmen Randstad bei der Filiale des niederländischen Bekleidungs- und Kaufhauskette Hema unter Vertrag steht. Das Unternehmen verweigerte der moslemischen Frau eine Vertragsverlängerung, da sie entgegen der Kleidungsvorschrift von Hema ein Kopftuch am Arbeitsplatz trug und sich weigerte, dieses abzulegen.

Als sich daraufhin Kunden und Kollegen in der Filiale in Genk beschwerten, wurde der Zeitarbeitsvertrag der jungen Frau nicht mehr verlängert. Beschwerden zur Arbeitsweise der Frau lagen nicht vor. Die Frau stammt aus Limburg und ist keine Einwanderin. Zur Zeit ihrer Anstellung hatte sie noch kein Kopftuch getragen. Dieses legte sie erst später an, wozu sie allerdings die Zustimmung von Seiten der Geschäftsführung der Hema-Filiale in Genk eingeholt hatte.

Nach Ansicht von Jozef De Witte (Foto), dem Direktor des staatlichen Zentrums für Chancengleichheit und gegen Rassismus, könnte es sich im vorliegenden Fall um Diskriminierung handeln. Gegenüber dem VRT-Sender Radio 1 sagte er am Dienstagmorgen: "Wir haben doch Fragen hierbei. Wir kennen noch nicht alle Details des Vorgangs, doch es könnte sein, dass es sich hierbei um einen Verstoß gegen das Arbeitsrecht handelt.

Randstad reagiert zurückhaltend

Die Zeitarbeits-Gesellschaft Randstad gab an, dass man nicht anders konnte, als sich Hema bei der Nicht-Verlängerung des Vertrags zu beugen, doch auch hier stellt sich Dewitte vom Zentrum für Chancengleichheit Fragen:

"Das stimmt nicht ganz. Zeitarbeitsvermittler und Interimbüros dürfen auf diskriminierende Anfragen ihrer Kunden nicht eingehen.“

Das Zentrum für Chancengleichheit und gegen Rassismus wird sich nur einmischen, wenn die Betroffene selbst eine Klage gegen Randstad oder/und Hema einreicht.