"EU muss mit libyscher Opposition reden"

Guy Verhofstadt, ehemaliger belgischer Premierminister und heutiger Vorsitzender der liberalen Fraktion im EU-Parlament, drängt auf Gespräche mit der Opposition in Libyen. Er glaubt, dass Europa in dieser Frage zu zurückhaltend ist, wie er gegenüber den VRT-Radionachrichten angibt.

Verhofstadt ist der Ansicht, dass konstruktive Gespräche mit den Aufständischen der Opposition gegen das Gadaffi-Regime in Libyen für deren Stärkung sorgen werden: "Sie haben jetzt 75 % des Landes in ihren Händen. Sieben von 10 Städten stehen unter ihrer Kontrolle und wir müssen ihnen jetzt eine finale Unterstützung geben.“

Guy Verhofstadt kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Europäische Union in der Libyen-Frage Zurückhaltung übt: "Ich bin der Ansicht, dass Europa zum Beispiel gegenüber Tunesien falsch analysiert hat. Tunesien, Ägypten und jetzt Libyen. Jedes Mal dachten wir, OK, lasst und vorsichtig sein, vielleicht kommen dort die fundamentalistischen Moslems an die Macht. Wir haben also nicht erkannt, dass es bei den Revolutionen in diesen Ländern darum geht, eine Demokratie zu Stande zu bringen.“

Guy Verhofstadt hatte am Mittwoch Vertreter der Opposition in Libyen, einen ehemaligen Minister des Gadaffi-Regimes und einen ehemaligen libyschen Botschafter ins EU-Parlament nach Straßburg eingeladen. Die Oppositionellen bitten die internationale Gemeinschaft jetzt darum, offiziell anerkannt zu werden.