Blood & Honour: Urteile nach Nazikonzerten

Das Strafgericht von Veurne in Westflandern hat drei Mitglieder der rechtsradikalen Gruppierung Blood & Honour wegen der Organisation von Konzerten mit Nazibands, bei denen rassistische und antisemitische Texte gesungen wurden, zu je drei Monaten Haft verurteilt.

Dies ist das erste Mal, dass Konzertveranstalter auf Basis des belgischen Antirassismus-Gesetzes verurteilt wurden. Bei den Konzerten handelte es sich um Huldigungen an die SS, die paramilitärischen Einheiten im Deutschen Reich.

Diese Konzerte waren seinerzeit in der kleinen westflämischen Gemeinde Bellegem organisiert worden. Ein weiteres Konzert mit ähnlichen Inhalten fand etwas später zu Ehren des britischen Rechtsradikalen Stuart Donaldson, dem Gründer von Blood & Honour.

Nach Ansicht der Richter in Veurne steht fest, dass die drei Angeklagten an der Organisation der fraglichen Konzerte effektiv beteiligt waren. Fest steht auch, dass während diesen Konzerten offen rassistische Texte und Sprüche geäußert wurden.

Beweismaterial sind unter anderem bei den Verdächtigen gefundene Papiere, auf denen Details zur Veranstaltung stehen und von einem der Verdächtigen unterzeichnete Verträge zur Saalmiete.