Freisprechanlagen in Belgien kein Renner

Die belgische Verkehrspolizei hat im vergangenen Jahr wieder mehr am Steuer telefonierende Autofahrer erwischt. Im Vergleich mit der ersten Jahreshälfte 2009 war die Zahl im gleichen Zeitraum 2010 um knapp 10 % gestiegen. Freisprechanlagen haben sich demnach in belgischen Autos nicht wirklich durchgesetzt.

Die Redaktionen von Gazet van Antwerpen und von Het Belang van Limburg hatten Einblick in entsprechendes Zahlenmaterial der belgischen Bundespolizei.

Bisher sind noch nicht alle Bußgeldverfahren des Jahres 2010 abgerundet, doch der steigende Trend lässt sich an den Statistiken für die ersten sechs Monate des vergangenen Jahres ablesen. In diesem Zeitraum wurden 65.677 Strafzettel für mobiles Telefonieren am Steuer verhängt.

Das könnte bedeuten, dass 2010 bis zu 130.000 solcher Verfahren in die Wege geleitet wurden, ein Anstieg um etwa 10 %. Täglich wären dies rund 360 "Knöllchen“, die insgesamt rund 13 Millionen € in die Staatskasse fließen lassen würden.

Ein Strafzettel für mobil Telefonieren ohne Freisprechanlage im Wagen kostet in Belgien 100 €, doch die hiesigen Autofahrer scheint das nicht zu stören, denn es wird munter weiter am Steuer telefoniert.

Laut einer Umfrage des belgischen Institutes für Verkehrssicherheit (BIVV) sollen 81 % der Autofahrer überzeugt davon sein, dass mobil Telefonieren im Auto mit dem Handy am Steuer ein Vergehen ist. Doch etwa 50 % dieser Fahrer halten sich in der Praxis nicht an das entsprechende Gesetz.

In Zukunft steigt die Möglichkeit, mit diesem Vergehen in Belgien erwischt zu werden. Die Bundespolizei will die Zahl der zielgerichteten Aktionen drastisch erhöhen und das BIVV plant eine neue Aufklärungskampagne gegen dieses Verkehrsvergehen.