Spice: gefährlich und doch im Trend

Erstmals wurde in unserem Land ein Labor ausgehoben, in dem in großem Stil synthetischer Cannabis angebaut wurde. Das hat das VRT-Nachrichtenmagazin "Koppen" in Erfahrung gebracht. Diese Droge ist in Belgien nicht verboten, aber sehr gefährlich.

In dem Labor wurden jede Woche 600 Kilogramm synthetischer Cannabis produziert. Diese Droge wird auch "Spice" genannt und  findet vor allem Verwendung als Ersatz für Cannabisprodukte.

Spice besteht aus synthetischen Cannabinoiden sowie verschiedenen getrockneten Pflanzenteilen und ist "in seiner Struktur nicht mit dem klassischen Cannabis verwandt", erklärt Nele Samyn vom Nationalen Institut für Kriminalistik und Kriminologie. Die Droge habe jedoch eine ähnlich Rauschwirkung.

Der synthetische Cannabis sieht aus wie Kräuter und ist im Gegensatz zum echten Cannabis nicht illegal. Wer diese Droge nimmt, macht sich also nicht strafbar und der Speicheltest bleibt auch negativ. Das haben mehrere Untersuchungen ergeben. Die anregenden Stoffe stehen auf keiner Verbotsliste. "Die Hersteller dieser Droge sind sehr kreativ", sagt Samyn. "Sie sorgen dafür, dass der Gesetzgeber stets den Tatsachen hinterher hinkt."

Notärzte machen sich Sorgen, weil diese Droge immer häufiger in Belgien eingenommen wird. Sie ist leicht über das Internet erhältlich. "Von dem Cannabis, den die Menschen kennen, können sie keine Überdosis beziehen", sagt Peer van der Kreeft, Chef eines Drogenzentrums. "Der synthetische Cannabis ist manchmal aber hundert Mal stärker. In unseren Nachbarländern sind bereits ein Dutzend Verbraucher in der Notaufnahme gelandet. Bei einigen endete das Ganze fatal."

In Deutschland und Österreich ist der Handel mit Spice übrigens verboten.