Boussoufa verlässt den RSC Anderlecht

Eigentlich war die gesamte Fußballwelt davon ausgegangen, dass Mbark Boussoufa zu Terek Grosny, dem Verein des tschetschenischen Ministerpräsidenten Ramsan Kadyrov, gehen würde. Doch Boussoufa hatte Bedenken und unterschrieb in Dagestan.

Kurz vor den offiziellen Ende des Transfermarktes in Russland stand fest, dass Mbark Boussoufa nicht nach Terek Grosny in Tschetschenien geht, auch wenn dort der Niederländer Ruud Gullit Trainer ist und auch trotz den rund 12 Millionen €, die der Besitzer des Clubs, der umstrittene Ministerpräsident Ramsan Kadyrov, bereit war, auf den Tisch zu legen.

Mbark Boussoufa, der Träger des "Goldenen Schuhs" in Belgien, erlebte diese Woche mit Sicherheit turbulente Tage, denn der Transfer nach Grozny wurde in Belgien und auch in der russischen Fußballwelt heiß diskutiert. Doch letztendlich hatte der belgisch-marokkanische Fußballstar Bedenken, einem Transfer nach Grosny zuzustimmen.

Vor allem fürchtete er um seine Sicherheit, denn Tschetschenien ist ein unruhiges Land, in dem islamische Aufständische die Moskau treue Regierung Kadyrov bekämpfen.

Dazu wird aber auch beigetragen haben, dass Ramsan Kadyrov selbst kein unbeschriebenes Blatt ist. Er ist steinreich, doch dieser Reichtum soll nicht unbedingt auf die ehrlichste Weise zustande gekommen sein. Zudem hat er nicht das beste Ansehen in den Bereichen Demokratie und Menschenrechte…

Mbark Boussoufa wird bei Anzhi Machatskala in Dagestan rund 9 Millionen € in drei Jahren verdienen, etwa soviel, wie Grosny bereits war, auf den Tisch zu legen. In Tschetschenien wird die Absage Boussoufas mit Argwohn betrachtet. Er und auch sein Verein, der belgische Rekordmeister RSC Anderlecht, waren sich mit Terek Grosny einig, doch zu einer Unterzeichnung kam es letztendlich nicht. Zuerst sorgten ausbleibende Bankgarantien für Probleme und zuletzt zog der Protagonist selber zurück.

Anzhi Machatskala

Der neue Verein von Mbark Boussoufa, Anzhi Machatskala, gehört nicht dem Staatsoberhaupt von Dagestan, sondern einen superreichen Oligarchen, dem Ölmillionär Suleiman Kerimov. Die Mannschaft lebt und trainiert hauptsächlich in Moskau. Zu den Heimspielen in Machatskala fliegen die Spieler im Privatjet ihres Vorsitzenden nach Dagestan.

Auch dies wird wohl bei den Verhandlungen mitgespielt haben, letztendlich nicht nach Grosny zu gehen. Boussoufa wird nach eigenen Angaben, den RSC Anderlecht vermissen. Der sichere Torschütze, Mittelfeldregisseur und Dreh- und Angelpunkt im Spiel war lage Kapitän bei den "Veilchen".