“Möglichst nicht nach Japan reisen”

Steven Vanackere, Belgiens kommissarischer Außenminister, hat die negative Reiseempfehlung für Japan verschärft. Von nicht absolut notwendigen Reisen in das Land wird entschieden abgeraten. Es wird ein Krisenzentrum eingerichtet.

Der Nordosten Japans wurde am Freitag von einem starken Erdbeben und einem Tsunami heimgesucht.

Japans Atomexperten kämpfen seitdem im stark beschädigten Kernkraftwerk Fukushima gegen eine Kettenreaktion mit unabsehbaren Folgen. Ein Regierungssprecher bestätigte am Sonntag, dass es im Reaktor 3 des Atomkraftwerks Fukushima Eins zu einer „teilweisen“ Kernschmelze gekommen sei. Im Umkreis von 20 km wurden alle Anwohner evakuiert

In der 150 Kilometer entfernten Provinz Miyagi maßen Experten eine 400 Mal höhere Radioaktivität als normal und führten dies auf die Explosion in Fukushima vom Samstag zurück.

Wie bereits am Reaktor 1 sei im Reaktor 3 die Kühlfunktion ausgefallen, erklärte der Regierungssprecher. Dadurch sei das Kühlwasser zurückgegangen. „Es kann sein, dass es eine geringe Kernschmelze gab“, sagte Yukio Edano. Dass es bereits im Reaktor 1 zu einer Kernschmelze kam, ist nach Ansicht der Atomsicherheitsbehörde sehr wahrscheinlich.

Negative Reiseempfehlung

Belgiens Außenminister Steven Vanackere (Foto) sagte in der VRT-Polit-Talkshow „De zevende dag“ (dt. Der siebte Tag) am Sonntagmittag: „Es ist unter den gegebenen Umständen sicher intelligenter, von nicht unbedingt notwendigen Japanreisen abzuraten.“

Die belgische Botschaft in Tokio bittet die etwas weniger als 800 Belgier in Japan, ihre Wohnung nicht zu verlassen und über E-Mail Kontakt zur Botschaft zu halten. Auch sollen sie sich gewissenhaft an die Richtlinien der japanischen Behörden halten. Schon 680 Belgier konnten von der Botschaft ausfindig gemacht werden.

Auch die 32 Belgier, die im Risikogebiet wohnen, konnten inzwischen lokalisiert werden, so der Außenminister. „Die gute Nachricht ist, dass wir bisher keine schlechte Nachricht erhielten“, so Vanackere. Im Laufe des Sonntagnachmittags nimmt im Auswärtigen Amt auch ein Krisenzentrum seine Arbeit auf, „weil sich viele Menschen Sorgen wegen der nuklearen Bedrohung machen.“