Armee hat Probleme, ihre Leute zu halten

Etwa jeder fünfte Soldat verläßt das belgische Militär innerhalb des ersten Jahres nach seiner Rekrutierung. Auch im zweiten und dritten Jahr treten viele Rekruten wieder aus der Armee aus. Der SP.A-Abgeordnete David Geerts fordert eine inhaltlichte Debatte über die Zukunft der Armee.

So sind von den 1.091 Rekruten aus 2008 nur noch 585 in diesem Jahr übrig geblieben. Das schreibt die Zeitung De Morgen vor dem Hintergrund einer Frage des Parlamentsabgeordneten David Geerts (SP.A). Er nennt als mögliche Erklärung hierfür "ein Mangel an Visionen". Auch bei der Rekrutierung von 2009 und 2010 sind viele Soldaten wieder abgesprungen.

Verteidigungsminister Pieter De Crem gibt dieses Problem zu, weist aber gleichzeitig auf eine Arbeitsgruppe hin, die vor zwei Jahren gegründet wurde, um die Ursachen zu klären und Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten. Diese Arbeitsgruppe habe bereits mehrere Maßnahmen genommen, erklärt De Crem in De Morgen. So würden alle Kandidaten, die die Armee wieder verlassen, zu den Gründen befragt. Hieraus gehe hervor, dass vor allem der Mangel an Komfort der Infrastruktur ein Kritikpunkt sei. In jüngster Zeit würden jedoch oft auch medizinische Gründe angegeben.

Das Militär bemühe sich inzwischen, Rekruten bei ihrer Bewerbung besser zu informieren und zu begleiten.

Geerts zufolge seien die Maßnahmen jedoch schon seit Jahren dieselben und führten keinesfalls zu einer Verbesserung der Situation. " Es gibt kein einziges Unternehmen, das so viele Menschen innerhalb der ersten drei Jahre nach ihrer Anwerbung wieder verlassen. Vor dem Hintergrund der riesigen Rentenwelle beweist dieses Problem, dass wir dringend eine inhaltlichte Debatte über die Zukunft der Armee führen sollten", so Geerts noch.