"Nicht auf Basis von Emotionen diskutieren"

Belgiens scheidende Innenministerin Annemie Turtelboom (Open VLD) stellt fest, dass die Ereignisse um die Kernkraftwerke im erdbebenverwüsteten Norden Japans großen Einfluss auf die Diskussionen zur Reaktorsicherheit in Belgien haben. Doch dies sei keine Basis für Diskussionen.

Auch Innenministerin Turtelboom (Foto) reagiert auf die Geschehnisse in Japan und will kontrollieren lassen, wie sicher die Atomkraftwerke in Belgien wirklich sind. Doch sie warnt auch vor emotionsgeladenen Diskussionen zu diesem Thema.

Nach Ansicht der liberalen Politikerin müssen wir auf europäischer Ebene aus den Ereignissen in Japan unsere Lektionen lernen und sie gibt auch zu, dass die dortigen Vorkommnisse auf die Diskussionen zu diesem Thema großen Einfluss haben werden:

"Es steht felsenfest, dass dies Einfluss auf die Diskussionen zur Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke und zu den Investitionen in erneuerbare Energien haben wird. Doch für mich steht ebenso felsenfest, dass wir auf Basis von Fakten und nicht auf Basis von Emotionen diskutieren müssen.“

Die flämischen Grünen von Groen! sind hingegen der Ansicht, dass gerade jetzt aufgrund der Vorkommnisse in Japan hierzulande über das Thema Kernenergie und mögliche Folgen für uns geredet werden müsse. In einer Mitteilung unterstreicht Groen! einmal mehr, Befürworter eines schrittweisen Ausstiegs aus der Kernkraft zu sein.

Die anderen Parteien in Belgien halten sich mit Kommentaren zu diesem Thema erst noch zurück. Vergangene Woche, einige Tage vor der Katastrophe in Japan, forderte Belgiens geschäftsführender Premierminister Yves Leterme von den flämischen Christdemokraten CD&V noch, die Laufzeiten aller Kernreaktoren in unserem Land bis 2025 zu verlängern. Seiner Ansicht nach habe Belgien nicht ausreichend andere Stromkraftwerke, um die Atomenergie ersetzen zu können.