Brüssel: Kaum Platz für flämische Grundschüler

Noch immer leiden niederländischsprachige Familien in der belgischen Hauptstadt Brüssel unter einem Mangel an Platz in den Grundschulklassen der Region. Im laufenden Jahr verschlimmerte sich das Problem sogar noch weiter.

Vorzug bei der Einschreibung in den Brüsseler Grundschulklassen genießen Kinder, deren Geschwister bereits auf der jeweiligen Schule dem Unterricht folgen. Sind diese Kinder auf der Schule ihres Wunsches verteilt, werden die Neuanfragen behandelt.

Doch für sie bleibt kaum noch ein Platz in den Klassen für niederländischsprachige Grundschüler in der Region Brüssel-Hauptstadt frei. Fast die Hälfte dieser Grundschüler fand für das Schuljahr 2011-2012 noch keinen Platz.

Jean-Luc Vanraes (Open VLD - Foto), Brüssels zuständiger Regionalminister für den niederländischsprachigen Unterricht, gibt an, dass hier dringend investiert werden muss: "Man spricht immer von der Rente, doch wer Rente will, der braucht eine gut ausgebildete Jugend, die auf dem Arbeitsmarkt Jobs finden kann. In dieser Frage müssen alle Gemeinschaften zusammenarbeiten und am besten sofort investieren, was aber nicht geschieht.“

Der flämische Liberale Van Raes will das Problem weiter auf seiner Tagesordnung behalten und zwar solange, bis es in "einen demokratischen Land zur Priorität wird, in Bildung und in die Jugend zu investieren“.

Insgesamt fehlen für das kommende Schuljahr in der Brüsseler Region mehrere tausend Plätze in den Klassen. Für diesen Zeitraum gab es rund 2.000 Anmeldungen mehr, als im vergangenen Jahr. Unter anderem melden viele frankophone Familien ihre Kinder in niederländischsprachigen Grundschulen an, damit diese die zweite Sprache in Belgien schon früh erlernen können.