Belgien schickt Airbus in Richtung Japan

Belgiens scheidender Außenminister und Vizepremierminister Steven Vanackere (CD&V) gab an, dass das Kernkabinett der geschäftsführenden Bundesregierung vorerst die in Japan verbleibenden Landsleute nicht kollektiv rückführen wird.

Das Kabinett von Premier Yves Leterme (CD&V) und seinen Vizepremierministern habe die nötigen Beschlüsse getroffen, um eventuell auf eine effiziente Art und Weise auf die nukleare Krise in Japan reagieren zu können.

Doch von einer allgemeinen Repatriierung sei derzeit (noch) keine Rede. Keiner der EU-Mitgliedsstaaten plane einen solchen Schritt und Belgien verfahre ebenfalls in dieser Logik, so Außenminister Vanackere (Foto) nach der Sondersitzung des Kernkabinetts am Dienstagabend.

Doch gut einen Tag später sieht das ganz anders aus, denn immer mehr Staaten entschließen sich, ihre Landsleute zurück zu rufen.

Etwa 700 Belgier leben dauerhaft in Japan. Viele von ihnen kamen bereits auf eigene Faust zurück in die Heimat. Mittlerweile rufen einige in Japan tätige Verbände, wie Flanders Investment & Trade (FIT) schicken ihre Personale nach Belgien zurück.

Luftwaffen-Airbus im Anflug

Allen Beteuerungen zum Trotze, an eine Rückführung der Belgier aus Japan werde nicht akut gedacht, bereiten sich die Behörden auf eine eventuelle Repatriierung vor.

Ein Airbus der belgischen Luftwaffe, der eine Zeit lang in den USA sein musste, wird am Donnerstag in Richtung eines nicht näger genannten Landes in Asien fliegen.

Mit dieser Maschine könnten 250 Personen pro Flug evakuiert werden. Offenbar könnte in den nächsten Stunden oder Tagen doch noch eine Entscheidung für eine Rückführung von Landsleuten fallen. Erste Flüge könnten frühenstens ab Freitag durchgeführt werden, hieß es aus Regierungskreisen.

Außenminister Vanackere sagte am späten Mittwochnachmittag, dass der Airbus kurzfristig jene Landsleute, die Japan nicht auf eigene Kraft verlassen können, zum Beispiel nach Korea bringen könnte, von wo aus sie später nach Belgien verbracht werden könnten.

Nach wie vor raten die belgischen Behörden von Reisen nach Japan ab. Zum einen gibt es dort immer wieder Nachbeben und zum anderen bleibt die Lage in Sachen radioaktive Strahlungen zum Beispiel für den Großraum Tokio weiter gespannt.