IKEA-Aktionen "schaden Landwirtschaft"

Der Bauernverband hat beim Wirtschaftsministerium eine Beschwerde gegen die schwedische Möbelkette IKEA eingereicht. Grund der Klage ist das Anbieten von Fleischgerichten mit vermutlichem Verlustgeschäft. IKEA zufolge gehe jedoch alles rechtens zu.

Am ersten Märzwochenende hatte IKEA den Kunden im Restaurant seiner Möbelkette ein Beefsteak mit Pommes Frites für 2,50 Euro angeboten. Der Bauernverband findet es unerhört, dass Fleisch zu so einem Schleuderpreis verkauft werden darf.

"2,50 Euro ist absolut inakzeptabel", betont Anne-Marie Vangeenberghe, Sprecherin des Bauernverbandes. "In Belgien darf man nicht mit Verlust verklaufen." Piet Vanthemsche, der Vorsitzende des Bauernverbandes, bezeichnete die Aktion von IKEA in verschiedenen Zeitungen als "eine Ohrfeige" für die Landwirtschaft. Der Bauernverband weist darauf hin, dass die Bauern kaum noch Geld für ihre Produkte bekommen würden und wie im Schweinesektor, auch manchmal mit Verlust produzieren müssten.

Der Bauernverband will nun, dass die Regierung untersucht, ob IKEA wirklich unter dem Einkaufspreis verkauft hat. "Ist das nicht der Fall, weil IKEA zum Beispiel ein sehr kleines Biefsteak auf den Teller gegeben hat oder weil die Qualität absolut zu wünschen übrig ließ, um die Kosten damit zu drücken, finden wir das trotzdem unerhört, weil man Menschen mit Nahrungsmitteln zu einem Möbelgeschäft lockt. Das sind inakzeptabele Methoden."

Laut Bauernverband banalisiere IKEA auf diese Weise Nahrungsmittel. Der Bauernverband ist übrigens nicht allein mit seiner Kritik an den Billigpreisen in IKEA-Restaurants. Auch das Hotel-, Café- und Gaststättengewerbe in Flandern hat bereits die Initiative von IKEA scharf kritisiert. Es nannte das Billig-Beefsteak-Gericht einen "Fachverfall".

IKEA: "Alles gesetzeskonform"

Bei IKEA weisen sie jegliche Anschuldigung zurück. Die Aktion erfolgt abslout im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften", sagt Nele Bouchier, die Sprecherin der schwedischen Möbelkette. "Wir verkaufen nicht unter dem Kostenpreis und bezahlen sämtliche Steuern wie die Mehrwertsteuer."

Laut Bouchier hat IKEA diesen niedrigen Preis mit dem Lieferanten aushandeln können. "Wir haben sechs Niederlassungen in Belgien, die von sehr vielen Kunden besucht werden. Wir können deshalb auch in großen Mengen einkaufen und damit den Preis drücken."

Außerdem sei es um eine einmalige Sonderaktion gegangen, um für den Einkauf an diesem bestimmten Wochenende zu werben, betont Bouchier, die auch noch sagt, dass das angebotene Fleisch belgisches Fleisch gewesen sei. IKEA hält die Beschwerde wie die Kette selbst sagt für sehr schade und will sich nun intern beraten, wie damit künftig umgegangen werden soll. Die Beefsteak-Fritten-Aktion war in der Tat eine Sonderaktion. Allerdings werden derzeit auch andere Gerichte wie Fisch mit Pommes Frites oder Hackfleischbällchen mit Pommes Frites zu Preisen von 1 oder 1,50 Euro angeboten.