De Crem befürchtet "zahlreiche Opfer"

Der internationale Einsatz in Libyen wird lange dauern und möglicherweise viele Opfer fordern. Das hat der scheidende Verteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V) gesagt. "Wir müssen jetzt schon an eine Post-Gaddafi-Ära denken."

Ab Montag werden auch belgische Soldaten am Militäreinsatz in Libyen teilnehmen. Unser Land stellte sich hinter die "Koalition der Willigen" und wird mit einigen Düsenjägern und dem Minensuchboot Narcis am Einsatz aktiv teilnehmen.

Mit dem Militäreinsatz "Odyssey Dawn" gegen Gaddafis Truppen will die internationale Koalition unter Führung Frankreichs, Großbritanniens und der USA die anhaltende Gewalt gegen die Aufständischen und die Zivilbevölkerung stoppen.

"Natürlich sind mit diesem Einsatz auch Gefahren verbunden. Der Einsatz ist aktiv und nicht nur unterstützend", erklärte De Crem die Situation und wies auf den Unterschied zur Situation der Belgier in Afghanistan hin.

"Belgien hat ein Mandat, um militärisch einzugreifen und in Libyen Stabilität herzustellen. Es geht hier nicht darum, kurz über Libyen zu fliegen und an den Militärstützpunkt zurückzukehren."

"Der Einsatz wird viel materiellen Schaden mit sich bringen, aber in diesem Fall kann leider auch nicht ausgeschlossen werden, dass viele Opfer fallen", sagte De Crem in der morgendlichen Sendung auf Radio 1 der VRT.

Der scheidende Verteidigungsminister macht sich auch schon Gedanken über das, was nach dem Militäreinsatz folgen wird. "Wir müssen die Voraussetzungen für eine Post-Gaddafi-Ära schaffen. Es geht nicht nur darum Gaddafi zu verjagen, sondern auch darum, den Libyern die Möglichkeit einzuräumen, eine demokratische Gesellschaft zu bilden. Das heißt, dass wir auch nachher noch anwesend bleiben müssen, damit all die Arbeit nicht umsonst gewesen ist."

Belgien hat sich bereit erklärt, aktiv am Einsatz teilzunehmen und "vier der sechs F-16 Kampfflugzeuge" sowie ein Minensuchboot zur Verfügung zu stellen.

Rund 230 belgische Soldaten werden am Militäreinsatz gegen die Streitkräfte des libyschen Machthabers Muammar el Gaddafi teilnehmen, schreibt die Zeitung Het Nieuwsblad am Sonntag.