Steigen ab April die Strompreise?

Verabschiedet die Regularisierungs-Behörde CREG am 31. März eine Erhöhung der Verteilungstarife, muss eine Familie mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch bis zu 72 Euro pro Jahr mehr für ihren Strom bezahlen. Ein mittelgroßes Unternehmen kostet der Strom jährlich bis zu 50.000 Euro mehr.

Ab 1. April wird unsere Stromrechnung spürbar teurer. Die Verteuerung beträgt bis zu 30 Prozent. Eine durchschnittliche Familie wird im Jahr bis zu 72 Euro zusätzlich bezahlen müssen.

Laut der Regularisierungsbehörde CREG sei die Tariferhöhung notwendig, um die Ökostromzertifikate weiterhin ausbezahlen zu können. Die Direktion von CREG entscheidet am 31. März über die Tariferhöhung. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass die Erhöhung verabschiedet wird.

Dem Technologieverband Agoria zufolge wird ein mittelgroßes Unternehmen jährlich bis zu 50.000 Euro mehr bezahlen müssen: "Ein teurer Aprilscherz", heißt es dort. "Und verhängnisvoll für unsere Inflation, die in unserem Land bereits höher als in den Nachbarländern ist." Die Unternehmen drohten laut Verband übrigens doppelt zu bezahlen: "Erstens über eine kräftige Erhöhung ihrer Stromrechnung und zweitens über die Einbeziehung der Preissteigerung im Index."

Die flämische Energieministerin, Freya Van den Bossche (SP.A), plädierte am Dienstag im VRT-Radio für eine schrittweise Tarifangleichung. Die CREG ist dagegen. Das würde das "Problem nur vertagen", sagt die Behörde. Es sieht nämlich auch nicht danach aus, als wird die Tariferhöhung in den kommenden Jahren ausreichen, um alle Ökozertifikate bezahlen zu können.

Agoria bemerkt, dass ein automatisches Weiterverrechnen der  Zuschüsse für Ökostrom die Regierung nicht gerade zu einer guten Verwaltung ermutige. "Die Kosten können einfach auf die Verbraucher abgewälzt werden." Van den Bossche kündigte am Dienstag eine gründliche Durchleuchtung des bestehenden Subventionssystems an.

Vorerst bezahlen nur die Familien und kleinen und mittleren Unternehmen mehr, die am Netz von Eandis hängen. Hierbei handelt es sich um rund 80 Prozent aller flämischen Stromverbraucher.