Britisches Denkmal in Doel abmontiert

Im Polderdorf Doel an der Grenze zwischen den Provinzen Antwerpen und Ostflandern musste ein britisches Denkmal aus dem Zweiten Weltkrieg den Zukunftsplänen der zuständigen Kommune Beveren weichen.

Das britische Kriegsdenkmal am Yachthafen von Doel ist abgebaut worden. Die Kommunalverwaltung von Beveren veranlasste, dass das Denkmal abmontiert wurde. Es soll andernorts wieder aufgebaut werden, doch Denkmalschützer sind entsetzt.

Das Denkmal wurde 1948 in Erinnerung an jene britischen Soldaten aufgestellt, die das Dorf und den ortskernnahen Scheldedeich vor den deutschen V1- und V2-Angriffen beschützt hatten. Die Gemeinde Beveren ordnete an, das Denkmal zu versetzen. Es soll bald am Prosperpolder im Norden von Beveren unweit der niederländischen Grenze wieder aufgebaut werden.

Die Aktionsgruppe "Doel 2020“, die sich für den Erhalt des Polderdorfs einsetzt, will den Abbau des britischen Denkmals nicht einfach so hinnehmen. Ein Sprecher der Bürgerinitiative sagte, dass dieser Vorgang einmal mehr zeige, wie die Kommunalverantwortlichen mit gesetzlichen Vorgängen, Raumordnungsbestimmungen und öffentlichen Untersuchungen umgehen würden.

Das Komitee zum Schutz des Denkmals will weiter Unterschriften sammeln, damit es wieder an seinem ursprünglichen Ort am Deich zwischen der Windmühle und dem Kernkraftwerk aufgebaut wird.

Schon in der vergangenen Woche rief das Komitee Flanderns Landesminister für Tourismus und Kulturerbe, Geert Bourgeois (N-VA) auf den Plan. Er solle doch das Denkmal unter Schutz stellen. Das Komitee selber wird seinen Kampf in den Bereichen Raumordnung und Kulturerbe jedenfalls weiterführen.

Die Zukunft des Polderdorfs ist seit langem ungewiss. Eigentlich soll es dem Ausbau des nahem Hafens von Antwerpen weichen, doch sicher ist heute nicht mehr, ob die Gegend überhaupt noch dazu gebraucht werden wird. Doch Beveren hält an den ursprünglichen Plänen fest und Teile der Ortschaft wurden bereits abgerissen. Aber immer noch harren einige Bewohner und einige Hausbesetzer dort aus und wehren sich gegen das Verschwindens von Doel.