Neuer Politbarometer: PS und CDH verlieren

Wenn am kommenden Sonntag in Belgien gewählt würde, dann würden die frankophonen Sozialisten PS und die frankophone Zentrumspartei CDH deutlich an Boden verlieren, genau wie die traditionellen Parteien in Flandern, wie aus dem jüngsten Politbarometer von La Libre Belgique (LLB) und RTL-TVi hervorgeht.

Die PS bleibt in der Wallonie zwar mit 33,3 % die mit Abstand stärkste politische Kraft, büßt aber 4,5 % im Vergleich zu den Parlamentswahlen am 13. Juni 2010 ein. Einen herben Verlust muss auch die CDH hinnehmen, die mit 10,2 % auf einen historischen Tiefpunkt sackt.

Die liberale Reformbewegung MR und auch die frankophonen Grünen von Ecolo können jeweils rund zulegen. Die Liberalen landen bei 24 % und Ecolo bei 14 %. Die rechtsradikale Front National würde nach dem Politbarometer von LLB und RTL-TVi wieder die 5 %-Hürde überschreiten und wieder ins Parlament einziehen. Die rechtspopulistische PP allerdings bliebe bei einem baldigen Wahlgang wohl draußen und würde ihren einzigen Sitz verlieren.

In der Region Brüssel-Hauptstadt bliebe die MR mit knapp 29 % die stärkste Kraft und könnten weiter zulegen. Auch in Brüssel verlieren PS und CDH an Boden, doch auch die Grünen müssten zugunsten der Liberalen Federn lassen.

In belgischen Bundesland Flandern bleibt die nationaldemokratische N-VA weiter Aufwärtstrend. Mit 33 % würden sie 4,9 % gegenüber Juni 2010 zulegen. Die flämischen Grünen von Groen! gewinnen 1% und stehen bei rund 8 %. Die drei anderen traditionellen Parteien in Flandern, die Christdemokraten CD&V, die Sozialisten der SP.A und die liberale Open VLD, müssen laut LLB und RTL-TVi Verluste hinnehmen. Die CD&V stünde demnach als zweite Partei im Bundesland jetzt bei 16 %.

Der rechtsradikale Vlaams Belang kann von den Verlusten der traditionellen Parteien nicht unbedingt profitieren und legt nur ganz leicht um 0,6 % zu. Die Rechtsradikalen überflügeln damit aber die liberale Open VLD, die 2,3 % der Stimmen einbüßen würde.

Die populärsten Politiker im Land sind und bleiben der PS-Politiker Elio Di Rupo (großes Foto) im frankophonen Landesteil und der Nationaldemokrat Bart De Wever (N-VA - kleines Foto) in Flandern.